Die neue AHA/ASA Leitlinie
Veröffentlicht von Andreas Schedl in Therapie · Montag 07 Sep 2026 · 2 Minuten
Tags: AHA, ASA, Schlaganfallrehabilitation, Neurorehabilitation, Physio, und, Ergotherapie, Behandlungskonzepte, funktionelle, Ziele, aktive, Trainingsdosis, Intensität, Progression, messbare, Ergebnisse
Tags: AHA, ASA, Schlaganfallrehabilitation, Neurorehabilitation, Physio, und, Ergotherapie, Behandlungskonzepte, funktionelle, Ziele, aktive, Trainingsdosis, Intensität, Progression, messbare, Ergebnisse
Die neue AHA/ASA Leitlinie
Was wir jetzt wissen sollten, kurz und knapp auf den Punkt gebracht
Die American Heart Association und American Stroke Association haben 2026 ihre neue Leitlinie zur Schlaganfallrehabilitation grundlegend aktualisiert. Die zentrale Botschaft für Physio- und Ergotherapie ist klar: Moderne Neurorehabilitation wird weniger über einzelne Behandlungskonzepte definiert, sondern über funktionelle Ziele, aktive Trainingsdosis, Intensität, Progression und messbare Ergebnisse.
Die wichtigsten Take-home-Messages auf einen Blick
- Aufgabenspezifisch trainieren (Task Specific Training)
Gehen verbessert man durch Gehen, Armfunktion durch aktive Arm-Hand-Aufgaben und Alltag durch konkretes Alltagstraining. Repetitive, progressiv gesteigerte funktionelle Interventionen gehört zu den zentralen Empfehlungen.
- Dosis und Intensitäten gezielt steuern
Nicht nur was trainiert wird, sondern auch wie häufig, wie lange und wie intensiv. Geschwindigkeit, Wiederholungen, Belastung und Progression sollten bewusst gesteuert und dokumentiert werden.
- Kraft- und Ausdauertraining gehören in die Neuroreha und sind kein „Add-On“
Progressives Krafttraining und aerobes Training sind keine Ergänzung für „sportliche“ Patient*innen, sondern relevante und nötige Bestandteile moderner Neuro-Rehabilitation.
- Messen statt vermuten – Bewerten statt fühlen
Standardisierte Assessments und regelmäßige Re-Evaluation sollen zeigen, ob Therapie tatsächlich etwas verändert. Therapieziele brauchen messbare Outcomes und ein schlüssiges Clinical Reasoning
- Technologie ist ein nützliches Tool für die Therapie
Robotik, FES/NMES oder virtuelle Verfahren (VR) können sinnvoll sein, wenn sie mehr aktive Wiederholungen, Feedback oder Selbstständigkeit ermöglichen. Sie sind aber nicht automatisch besser als gutes aufgabenspezifisches Training
- Chronisch heißt nicht gleich aus therapiert!
Rehabilitation endet nicht nach drei oder sechs Monaten. Auch der vermeidliche „Erfolg“ endet dann nicht. Auch in der chronischen Phase können durch gezieltes Training weitere funktionelle Verbesserungen erreicht werden.
- Bei Bobath/NDT wird die Leitlinie sehr deutlich
Für die Verbesserung von Armfunktion sowie Gehen und Mobilität wird NDT/Bobath nicht empfohlen, weil gegenüber anderen evidenzbasierten Ansätzen kein zusätzlicher Nutzen gezeigt wurde. Das bedeutet nicht, dass jede einzelne innerhalb von Bobath verwendete Technik wirkungslos ist – wohl aber, dass der Konzeptname allein keine wirksame Therapie begründet.
Das verändert vor allem die Frage, die wir uns stellen sollten

Genau darin liegt wahrscheinlich der wichtigste Impuls der neuen Leitlinie. Weg von einer Methode oder einem Konzept als Identität und hin zum Clinical Reasoning, Training und überprüfbarer Intervention mit Wirkung und Neubewertung.
Quelle:
- Richards et al. (2026), 2026 Guideline for Adult Stroke Rehabilitation and Recovery, American Heart Association/American Stroke Association.
