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		<lastBuildDate>Fri, 10 Jul 2026 09:49:00 +0200</lastBuildDate>
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			<title><![CDATA[Endometriose, Nervensystem und Osteoporose präventiv, mehr als Unterleibschmerz!!]]></title>
			<author><![CDATA[Bianka Malick]]></author>
			<category domain="https://neku.pro/blog/index.php?category=Neuropr%C3%A4vention"><![CDATA[Neuroprävention]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000001C"><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Mehr als Unterleibsschmerz:</b></span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Endometriose, Nervensystem und Osteoporose präventiv im Blick</b></span></div><div><br></div><div>Chronische Schmerzen bei Endometriose sind mehr als ein lokales Symptom. Die aktuelle Leitlinie der DGGG, OEGGG und SGGG weist darauf hin, dass diese Schmerzen zu neuroplastischen Veränderungen des zentralen Nervensystems führen können, die eine verstärkte Schmerzverarbeitung und Sensibilisierung begünstigen. Für Therapeutinnen und Therapeuten in der Neurologie ist das besonders relevant. Schmerzen bei Endometriose können nozizeptive, neuropathische und noziplastische Mechanismen aufweisen, häufig auch in Kombination. Das erklärt mit, warum Beschwerden chronifizieren, warum Alltagsbelastungen zunehmen und warum das subjektive Schmerzerleben nicht immer proportional zu bildgebenden oder operativen Befunden ist.</div><div><br></div><img class="image-1 fleft" src="https://neku.pro/images/www.neku.pro_Nervensystem_Endometriose_1.png.jpg"  width="487" height="326" /><div>Hinzu kommt ein Aspekt, der in der interdisziplinären Versorgung oft zu wenig beachtet wird: die langfristige Knochengesundheit. Viele Betroffene erhalten über Jahre hormonelle Therapien mit Östrogensenkung. Später kommen nicht selten weitere Risiken im Übergang zu den Wechseljahren hinzu. Sehr niedrige Östrogenspiegel können den Knochenstoffwechsel ungünstig beeinflussen, patientenorientierte Leitlinien benennen Osteoporose ausdrücklich als relevantes Therma. Deshalb sollte bei Endometriose diagnostisch und präventiv weitergedacht werden, mit frühzeitiger Aufklärung, Risikoeinschätzung, Verlaufskontrollen der Knochendichte und konsequenter Prävention von Folgeschäden.</div><div><b><span class="cf2"><br></span></b></div><div><b><span class="cf2">Fallvignette</span></b></div><div><span class="cf2"><b><br></b></span><div>Viele Betroffene erleben Endometriose nicht nur als schmerzhafte Menstruation, sondern als langjährige chronische Erkrankung. Eine Patientin schilderte, dass ihr Krankheitsweg über viele Jahre von Schmerzen, hormonellen Therapien und mehreren Operationen geprägt war. Obwohl sie unter regelmäßiger gynäkologischer Behandlung stand, wurde die langfristige Knochengesundheit aus ihrer Sicht kaum thematisiert. Jetzt mit Anfang 50 erhielt sie die Diagnose einer Osteoporose. Eine andere Patientin berichtet, dass sie jahrelang keine Diagnose für ihre Probleme hatte. Dann kam alles auf einmal: Hormontherapie, Operationen und mit 38 Jahren Osteoporose im Anfangsstadium. Ihr Verlauf zeigt exemplarisch, warum Endometriose nicht isoliert betrachtet werden darf, sondern als chronische Erkrankung mit Auswirkungen auf Schmerzverarbeitung, Belastbarkeit und langfristige körperliche Gesundheit. &nbsp;</div><div><br></div><div><b>1. Endometriose betrifft nicht nur den Unterbauch</b></div><div><b><br></b></div><div>•	Endometriose ist eine chronische inflammatorische Erkrankung</div><div>•	Sie gilt als eine der häufigsten benignen gynäkologischen Erkrankungen</div><div>•	Sie ist komplex, multifaktoriell und in ihrem Verlauf sehr unterschiedlich</div><div>•	Viele Betroffene sind schon in jungen Jahren erkrankt</div><div>•	Die Erkrankung kann alle Lebensbereiche betreffen: Schmerz, Alltag, Beruf, psychische Belastung, soziale Teilhabe, Partnerschaft, Familienplanung (Fertilität)</div><div>Trotz wachsender Aufklärung wird Endometriose in der Versorgung noch immer häufig nicht ausreichend ganzheitlich betrachtet.</div><div><br></div><div><b>2. Wenn die Diagnose lange auf sich warten lässt!</b></div><div><br></div><div>•	Erster Symptombeginn oft sehr früh, mit Einsetzen der Menarche</div><div>•	Bis zur richtigen Diagnose vergeht häufig viel Zeit</div><div>•	Die erste Phase ist für viele Betroffene geprägt von: „Nicht -ernst- genommen -werden“ </div><div>•	Wiederkehrenden Beschwerden</div><div>•	Ausfälle bei Schule oder Arbeit </div><div>•	Unsicherheit und Erschöpfung</div><div>Das Dilemma zwischen ersten Symptomen und korrekter Diagnose begünstigt Chronifizierung, Belastung und späte ganzheitliche Versorgung. </div><div><br></div><div><b>3. Schmerz bei Endometriose: nicht nur nozizeptiv</b></div><div><b><br></b></div><div>•	Nozizeptiv: Schmerz durch Gewebereizung und Entzündung</div><div>•	Neuropathisch: Schmerz durch Beteiligung oder Reizung nervaler Strukturen</div><div>•	Noziplastisch: veränderte Schmerzverarbeitung ohne klare Proportion zum peripheren Gewebeschaden. </div><div>Bei Endometriose können diese Mechanismen einzeln oder kombiniert auftreten. Dies ist besonders relevant für Therapeut:innen in der Neurologie.</div><div><br></div><div><b>4. Chronische Schmerzen verändern das Nervensystem</b></div><div><b><br></b></div><div>•	Chronische Schmerzen können neuroplastische Veränderungen im zentralen Nervensystem begünstigen. </div><div>•	Daraus kann eine verstärkte Schmerzverarbeitung und Sensibilisierung entstehen.</div><div>•	Schmerzen können dadurch anhalten, auch wenn der organische Befund das Ausmaß subjektiv nicht voll erklärt.</div><div>Das hilft uns zu verstehen, warum es bei Endometriose zu einer Diskrepanz zwischen objektivem Befund und subjektiven Leiden kommen kann. </div><div><br></div><div><b>5. Endometriose ist ein bio-psycho-soziales Geschehen</b></div><div><b><br></b></div><div>•	Biologische Faktoren: Entzündung, hormonelle Prozesse, Schmerzmechanismen, OP-Folgen</div><div>•	Psychologische Faktoren: Angst, Erschöpfung, Hilflosigkeit, depressive Symptome, Schmerzfokussierung</div><div>•	Soziale Faktoren: Fehlzeiten in Schule oder Beruf, reduzierte Belastbarkeit, Probleme im sozialen Umfeld, Rückzug, eingeschränkte Teilhabe. </div><div>Endometriose ist keine isolierte Organerkrankung, sondern eine Erkrankung mit Auswirkungen auf Körper, Verhalten, Teilhabe und Lebensqualität.</div><div><br></div><div><b>6. Warum bei Endometriose früh auch an Osteoporose gedacht werde sollte!</b></div><div><b><br></b></div><div>•	Viele Betroffene erhalten über viele Jahre hormonelle Therapien zur Senkung des Östrogenspiegels.</div><div>•	Ein niedriger Östrogenspiegel kann sich ungünstig auf den Knochenstoffwechsel auswirken mit schwerwiegenden Folgen.</div><div>•	Später kommen zusätzliche Risiken durch Perimenopause und Menopause hinzu.</div><div>•	Dadurch entsteht die Gefahr, dass die Knochengesundheit zu spät in den Blick kommt.</div><div>Bei der Diagnose Endometriose sollte weitergedacht werden – nicht nur bis zur Schmerztherapie, sondern auch in Richtung langfristiger Knochenprotektion.</div><div><br></div><div><b>7. Was gerne übersehen wird: Kontrollen, Aufklärung und Prävention</b></div><div><b><br></b></div><div>•	Knochendichtemessung frühzeitig </div><div>•	Risikoprofile individuell erfassen (familiäre Häufigkeit)</div><div>•	Langfristige Therapieverläufe beobachten</div><div>•	Vitamin -D, Kalzium- und Ernährungsaspekte ansprechen</div><div>•	Belastungsaufbau, Ausdauer – und Krafttraining früh integrieren</div><div>•	Bei wiederholter Inaktivität gegensteuern</div><div>•	Folgeschäden vermeiden statt spät reagieren</div><div>Die Prävention und Aufklärung sollten früher beginnen und systematischer in die Versorgung eingebunden werden. </div><div><br></div><div><b>8. Welche Rolle Physio- und Ergotherapeuten in der Neurologie haben</b></div><div><b><br></b></div><div>•	Schmerzmechanismen erkennen und einordnen</div><div>•	Chronifizierungstendenzen wahrnehmen</div><div>•	Alltragsrelevante Belastungsgrenzen einschätzen</div><div>•	Aktivitätsaufbau und Pacing begleiten </div><div>•	Kraft, Gleichgewicht, Körperwahrnehmung und Teilhabe fördern</div><div>•	Auf Risiken durch Inaktivität und mögliche Knochenschwäche achten</div><div>•	Interdisziplinär rückmelden, wenn weiterer medizinischer Abklärungsbedarf besteht.</div><div>Therapeuten können keine Endometriose behandeln, aber sie können entscheidend dazu beitragen, Chronifizierung, Funktionsverlust und Folgeschäden früh zu erkennen und präventiv gegenzusteuern. </div><div><br></div><div><br></div><div><b>Fazit</b></div><div><b>Bei Diagnose Endometriose sollte interdisziplinär und langfristig gedacht werden</b></div><div><b><br></b></div><div>•	Endometriose ist chronisch, komplex und nicht heilbar, aber behandelbar</div><div>•	Schmerz betrifft nicht nur Gewebe, sondern auch das Nervensystem mit sehr individuellem unklarem Ausmaß.</div><div>•	Langfristige Hormontherapien erfordern einen mitdenkenden Blick auf die Knochengesundheit</div><div>•	Frühe Aufklärung, Prävention und interdisziplinäre Begleitung sind entscheidend</div><div>•	Ganzheitliches Denken verhindert spätere Folgeschäden</div><div><br></div><div>Wer Endometriose behandelt oder therapeutisch begleitet, sollte nicht nur den aktuellen Schmerz in den Fokus setzen, sondern auch die langfristigen Folgen für das Nervensystem, Aktivität und Knochenstoffwechsel haben. </div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs10lh1-5">Quellen:</span></div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe ( DGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG), Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG):Diagnostik und Therapie der Endometriose. S2k-Leitlinie, AWMF-Registernummer 015/045. (2025)</span></li><li><span class="fs10lh1-5">European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE): Information zum Thema Endometriose. (2022)</span></li><li><span class="fs10lh1-5">Endometriose Vereinigung Deutschland e.V.</span></li><li><span class="fs10lh1-5">Leitlinienprogramm Gynäkologie und Geburtshilfe: www.dggg.de/leitlinien</span></li></ul></div><div><br></div></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 10 Jul 2026 07:49:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Neurovisuelle Defizite bei neurologischen Schädigungen]]></title>
			<author><![CDATA[Barbara Hofberger]]></author>
			<category domain="https://neku.pro/blog/index.php?category=Kognitive_St%C3%B6rungen"><![CDATA[Kognitive Störungen]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000019"><div><span class="fs14lh1-5 cf1"><b>Neurovisuelle Defizite bei neurologischen Schädigungen</b></span></div><div><div><b class="cf2">Neglect, visuelle Felddefekte, visuelle Agnosien – und was davon therapeutisch beeinflussbar ist. </b></div><div><br></div><div><br></div><div>Visuelle Wahrnehmungsstörungen gehören zu den häufigsten Folgen neurologischer Erkrankungen und betreffen laut Studien 30–60 % der Patient:innen nach erworbener Hirnschädigung. Sie beeinflussen Lesen, Orientierung, Exploration, Gangbild, Sicherheit und Alltagskompetenz – und werden dennoch im therapeutischen Alltag häufig übersehen.</div><div><br></div><div>Dieser Artikel zeigt, was visuelle Wahrnehmungsstörungen sind, wie man sie erkennt und welche Therapieformen evidenzbasiert wirksam sind.</div><div><span class="cf3"><br></span></div><div><span class="cf3"><br></span></div><div><b class="cf4">Was sind visuelle Wahrnehmungsstörungen?</b></div><div><br></div><div>Visuelle Wahrnehmung umfasst die Fähigkeit, visuelle Reize aufzunehmen, zu verarbeiten und bedeutungsvoll zu interpretieren. Dazu gehören:</div><div><br></div><div>•	Erkennen von Formen, Farben, Objekten</div><div>•	räumliche Orientierung</div><div>•	visuelle Aufmerksamkeit</div><div>•	visuelle Exploration</div><div>•	Lesen und Scannen von Umgebungen</div><div><br></div><div>Nach neurologischen Ereignissen wie Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder neurodegenerativen Erkrankungen kann diese Verarbeitung gestört sein. Die S2k Leitlinie Visuelle Wahrnehmungsstörungen beschreibt die Bandbreite von elementaren (z. B. Gesichtsfeldausfälle) bis höhere Störungen (z. B. Neglect, visuelle Agnosien).</div><div><span class="cf3"><b><br></b></span></div><div><span class="cf3"><b><br></b></span></div><div><b class="cf4">Häufige Formen visueller Wahrnehmungsstörungen</b><div><br></div><div><b class="cf3">1) &nbsp;Homonyme Gesichtsfeldausfälle (Hemianopsie)</b><img class="image-0 fright" src="https://neku.pro/images/www.neku.pro_Wahrnehmung_1.jpg"  width="338" height="264" /></div><div>•	Verlust eines halben Gesichtsfeldes</div><div>•	Probleme beim Lesen, Navigieren, Erkennen von Hindernissen</div><div>•	Häufig nach Schlaganfall im posterioren Stromgebiet</div><div><b><br></b></div><div><b class="cf3">2) Visueller Neglect</b></div><div>•	Aufmerksamkeitsstörung, keine primäre Sehschädigung</div><div>•	Patient:innen „ignorieren“ eine Seite des Raumes oder Körpers</div><div>•	Starker Einfluss auf ADL, Sturzrisiko und Therapieerfolg</div><div><br></div><div><b class="cf3">3) Visuelle Agnosien</b></div><div>•	Schwierigkeiten, Objekte trotz intakter Sehschärfe zu erkennen</div><div>•	Relevant für ADL, Sicherheit, Orientierung</div><div><b class="cf3"><br></b></div><div><b class="cf3">4) Störungen der visuellen Exploration</b></div><div>•	Verlangsamtes oder ineffizientes Scannen der Umgebung</div><div>•	Häufig kombiniert mit Gesichtsfeldausfällen oder Neglect</div><div><br></div><div>Diese Störungen beeinträchtigen nachweislich den funktionelle Outcome und erfordern gezielte Therapieansätze.</div><div><br></div></div><div><br></div><div><b class="cf4">Wie erkennt man visuelle Wahrnehmungsstörungen?</b></div><div><span class="cf3"><b><br></b></span><div>Die Cochrane Review 2022 betont, dass Wahrnehmungsstörungen oft nicht spontan erkannt werden und ein strukturiertes Screening notwendig ist.</div><div><br></div><div>Klinisch relevante Screening-Methoden:</div><div><br></div><div>•	Visuelle Explorationstests (z. B. Linien-, Glocken-, Sternsuche)</div><div>•	Konfrontations-Gesichtsfeldtest</div><div>•	Lesetests (z. B. Zeilenverfolgung)</div><div>•	Alltagsbeobachtung: Kollisionen, Orientierung, Lesen, Essen, Ankleiden</div><div><br></div><div>Die S2k Leitlinie empfiehlt eine interdisziplinäre Diagnostik (Neuropsychologie, Orthoptik, Ergo /Physiotherapie).</div><div><br></div></div><div><br></div><div><b class="cf4">Evidenzbasierte Therapieansätze</b></div><div><br><div>Die Übersichtsarbeit von Kerkhoff (2010) liefert eine klare Einordnung der Verfahren nach Evidenzgrad.</div><div><br></div><div><b class="cf3">1) Visuelles Explorationstraining</b></div><div><br></div><div><b>Wirkmechanismus</b></div><div>•	Systematisches Training der Blickbewegungen in das betroffene Gesichtsfeld.<img class="image-1 fright" src="https://neku.pro/images/www.neku.pro_Wahrnehmung_2.jpg"  width="181" height="145" /></div><div>•	Förderung der aktiven visuellen Suche, besonders in Bereichen, die spontan vernachlässigt werden.</div><div>•	Verbesserung der Aufmerksamkeitslenkung und des räumlichen Arbeitsgedächtnisses.</div><div><br></div><div><b>Wirksam bei</b></div><div>•	Homonyme Gesichtsfeldausfälle (Hemianopsien, Quadrantenanopsien)</div><div>•	Neglect (insbesondere rechtshemisphärisch)</div><div>•	Visuelle Suchstörungen (z. B. verlangsamte oder ineffiziente Blickstrategien)<img class="image-2 fright" src="https://neku.pro/images/www.neku.pro_Wahrnehmung_3.jpg"  width="173" height="140" /></div><div><br></div><div><b>Nachgewiesene Effekte</b></div><div>•	Verbesserte Orientierung im Raum. Patient:innen finden Objekte schneller, erkennen Hindernisse früher und bewegen sich sicherer.</div><div>•	Verbesserte Lesefähigkeit Durch effizientere Sakkaden und bessere Zeilenfindung.</div><div>•	Weniger Kollisionen im Alltag Besonders relevant für Mobilität, Straßenverkehr, Haushalt und Beruf.</div><div><br></div><div><b class="cf3">2) Sakkadentraining</b></div><div><b><br></b></div><div><b>Wirkmechanismus</b></div><div>•	Verbesserung der Sakkaden Genauigkeit und -Geschwindigkeit.</div><div>•	Training der Fähigkeit, fehlende Gesichtsfeldbereiche durch aktive Blicksprünge zu kompensieren.</div><div>•	Förderung der visuellen Antizipation.</div><div><br></div><div><b>Wirksam bei</b></div><div>•	Homonymen Gesichtsfeldausfällen <span class="fs12lh1-5">/ Quadrantenanopsie, relative Skotome, hemianope Lesestörungen.</span></div><div><span class="fs12lh1-5">Entscheidend ist immer: ausreichende kognitive Belastbarkeit und die Fähigkeit, Strategien bewusst einzusetzen.</span></div><div><br></div><div><b>Effekte</b></div><div>• <span class="fs12lh1-5">Neuere randomisierte Studien zeigen, dass Sakkaden Training nicht in allen Reha Settings klar überlegen ist. </span></div></div></div><blockquote><div><div><div><span class="fs12lh1-5">Die Wirksamkeit hängt von Intensität, Aufgabenwahl und Patient:innenmerkmalen ab.</span></div></div></div></blockquote><div><div>•	Sakkadentraining zeigt die besten Effekte in Kombination mit Explorationstraining, optokinetischer Stimulation oder Aufmerksamkeitstraining.</div><div>•	Viele Patient:innen berichten subjektive Verbesserungen, aber objektive Messungen zeigen nicht immer signifikante Veränderungen.</div><div>•	Lesetraining ist besonders effektiv bei hemianoper Alexie. Hier ist die Evidenz am stärksten.</div><div>• Sakkaden Training kann Lesen und Exploration verbessern, aber die Evidenz ist inkonsistent, viele Studien sind klein, nicht verblindet.</div><div><br></div><div><br></div><div><b class="cf3">3) Optokinetische Stimulation (OKS) </b></div><div>z. B. optokinetische Fließtexttechnik.</div><div><br></div><div><b>Wirkmechanismus</b></div><div>•	Nutzung von bewegten visuellen Reizen, die automatische Folgebewegungen der Augen auslösen.</div><div>•	Diese Bewegungen ziehen die Aufmerksamkeit in das vernachlässigte oder betroffene Feld.</div><div><br></div><div><b>Wirksam bei</b></div><div>•	Neglect<img class="image-3 fright" src="https://neku.pro/images/www.neku.pro_Wahrnehmung_4.jpg"  width="253" height="162" /></div><div>•	Lesestörungen (z. B. Zeilenverlust, langsames Lesen)</div><div><br></div><div><b>Effekte</b></div><div>•	Neuere Studien zeigen, dass die Effekte der optokinetischen Stimulation häufig kurzfristig auftreten (Minuten bis Stunden), aber klinisch relevant sind.<div>•	Wirksamkeit hängt von Läsionslokalisation ab. Die Wirksamkeit ist bei rechtshemisphärischen Läsionen am stärksten.</div><div>•	OKS zeigt die besten Effekte in Kombination mit Explorationstraining oder Sakkadentraining.</div><div><br></div></div><div><br></div><div><b class="cf3">4) Prismenadaptation </b></div><div><br></div><div><b>Wirkmechanismus</b></div><div>•	Patient:innen führen Zielbewegungen unter prismatischer Ablenkung aus.</div><div>•	Das Gehirn passt die Bewegungsplanung an die verzerrte Wahrnehmung an.</div><div>•	Nach Abnahme der Prismen bleibt eine nach links verschobene Aufmerksamkeitsausrichtung bestehen.</div><div><b><br></b></div><div><b>Wirksam bei</b></div><div>•	Multimodalem Neglect (v. a. bei räumlichem Neglect) bei akuten und subakuten Phasen</div><div>•	Rechtshemisphärischen Schlaganfällen</div><div><br></div><div>Aktuelle Studien zeigen, dass PAT (Prismenadaption) nicht automatisch wirksam ist, sondern stark von der Prismenstärke, vom Setting/ Sichtbarkeit des Arms während der Adaption, der Intensität und Anzahl der Wiederholungen, der Aufgabenwahl und der Patientenselektion u. a. dem Zeitpunkt nach dem Schlaganfall abhängt.</div><div><br></div><div><b>Effekte</b></div><div>•	Geringer bis inkonsistenter Effekt bei visuelle Felddefekte (z. B. Hemianopsie): Studien zeigen teils kurzfristige Verbesserung der Orientierung, aber keine konsistenten Effekte auf das Gesichtsfeld selbst. </div><div><br></div><div><br></div><div><b><span class="cf3">5) Restorative Gesichtsfeldtherapien</span></b><div><br></div><div><b>Wirkmechanismus</b></div><div>•	Stimulation der Grenzbereiche des Gesichtsfelds, um neuronale Plastizität anzuregen. (Durch exakte Gesichtsfeldmessung und Training an der Grenze des nicht mehr wahrnehmbaren Bereichs durch z. B. Lichtreize) </div><div><br></div><div><b>Wirksamkeit</b></div><div>•	Uneinheitlich: Studien zeigen widersprüchliche Ergebnisse.</div><div>•	Neuere Analysen weisen darauf hin, dass ein Teil der berichteten Verbesserungen auf Messartefakte (z. B. Lern- oder Aufmerksamkeits¬effekte bei der Perimetrie) zurückzuführen sein könnte.</div><div>•	Man geht heute davon aus, dass die beobachteten Effekte eher kompensatorisch (verbesserte Exploration, bessere Nutzung des Restfeldes) als wirklich restitutiv im Sinne einer anatomischen Feldvergrößerung sind.</div><div>•	Restorative Verfahren werden daher eher als ergänzende Option bei inkompletten Ausfällen gesehen, nicht als Standardtherapie bei vollständigen Hemianopsien.</div><div><br></div></div><div><b><br></b></div><div><b><span class="cf3">6) Kombinationstherapien</span></b></div><div><br></div><div>Multimodale Therapieansätze erzielen die besten Ergebnisse.</div><div><br></div><div><b>Beispiele für wirksame Kombinationen</b></div><div>•	Explorationstraining/ Sakkaden + weitere Verfahren<div>•	Explorationstraining + Prismenadaptation</div><div>•	Explorationstraining + Aufmerksamkeitstraining</div><div>•	Optokinetische Stimulation + Sakkadentraining</div><div><br></div></div><div><b>Warum Kombinationen wirken</b></div><div>•	Sie adressieren verschiedene neuropsychologische Mechanismen gleichzeitig:</div></div><blockquote><blockquote><div><div><div>o	visuelle Aufmerksamkeit</div></div></div></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div>o	motorische Planung</div></div></div></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div>o	räumliche Orientierung</div></div></div></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div>o	visuelle Suche</div></div></div></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div>o	sensorische Integration</div></div></div></blockquote></blockquote><div><div><div><br></div></div><div>Die beste Datenlage gibt es für kompensatorische, alltagsorientierte Kombinationen, die genaue optimale Kombination ist jedoch noch nicht durch große randomisierte Studien geklärt.</div><div><br></div><div><br></div><div><b><span class="cf3">7) Spiegeltherapie / Mirror Visual Feedback (MVF) </span></b><div><br></div><div><b>Wirkmechanismus</b></div><div>•	Spiegeltherapie nutzt Mirror Visual Feedback (MVF), bei dem die Bewegung der gesunden Extremität im Spiegel so erscheint, als würde die betroffene Seite aktiv bewegt. </div><div>Dadurch entstehen:</div><div>•	Aktivierung visueller und multisensorischer Netzwerke</div><div>•	Verstärkte Aufmerksamkeit auf die vernachlässigte Raumseite</div><div>•	Verbesserung der Körperrepräsentation und räumlichen Orientierung</div><div>•	Potenziell erhöhte Aktivierung parietaler und frontaler Netzwerke, die für räumliche Aufmerksamkeit relevant sind</div><div><br></div><div>MVF wirkt damit nicht auf das Gesichtsfeld, sondern auf visuelle Aufmerksamkeit und räumliche Orientierung.</div><div><br></div><div><b>Wirksamkeit</b></div><div>•	Bei Neglect (rechtshemisphärischer Schlaganfall) war MVF besser als ein passiver Sham (abgedeckter Spiegel) bei: Linienkreuztest und Gap Detection Test (allocentrischer Neglect) aber kein signifikanter Vorteil gegenüber einem aktiven Sham (Glaswand + bilaterale Armbewegungen).</div><div>•	Effekte waren klein bis moderat und kurzfristig.</div><div><br></div><div>MVF kann Neglectsymptome leicht verbessern, ist aber nicht eindeutig überlegen gegenüber aktiven Kontrollbedingungen.</div><div><br></div><div>•	Bei Hemianopsie / Gesichtsfeldausfälle gibt es keine belastbare Evidenz, dass Spiegeltherapie: das Gesichtsfeld vergrößert, die retinotopische Repräsentation verändert, oder eine echte „Restitution“ bewirkt.</div><div><br></div><div>Spiegeltherapie ist nicht als Therapie für Gesichtsfelddefekte geeignet. Ihr Nutzen liegt rein im Bereich der visuellen Aufmerksamkeit, nicht der visuellen Sensitivität.</div><div><br></div></div><div><br></div><div><b><span class="cf3">8) Virtual Reality (VR) </span></b><div><br></div><div><b>Wirkmechanismus</b></div><div>•	Immersive VR ermöglicht kontrollierte, dreidimensionale Szenarien, in denen Patient:innen gezielt zur Exploration der vernachlässigten Raumseite angeregt werden. </div><div>•	Kombination aus:</div></div></div><blockquote><blockquote><div><div><div>o	visueller Stimulation,</div></div></div></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div>o	räumlicher Orientierung,</div></div></div></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div>o	motorischer Interaktion (z. B. Kopf &nbsp;und Handbewegungen),</div></div></div></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div>o	Feedback und Gamification. </div></div></div></blockquote></blockquote><div><div><div>•	Ziel ist primär eine Verbesserung der visuellen Aufmerksamkeit und Exploration, nicht eine anatomische „Restitution“ des Gesichtsfeldes.</div><div><br></div><div><b>Anwendbar bei</b></div><div>•	vor allem bei unilateralem räumlichen Neglect (USN)</div><div>•	für klassische Gesichtsfeldausfälle (Hemianopsie) ist die Evidenz bislang sehr begrenzt.</div><div><br></div><div><b>Wirksamkeit</b></div><div>•	VR bietet vielversprechende Möglichkeiten, räumliche Aufmerksamkeit und visuelle Exploration bei unilateralem Neglect zu trainieren. </div><div>•	Systematische Reviews zeigen erste positive Effekte auf Neglect Parameter und eine hohe Akzeptanz, die Evidenz ist jedoch noch heterogen und basiert auf kleinen Studien mit unterschiedlichen Protokollen. </div><div>•	Für homonyme Gesichtsfeldausfälle liegen derzeit keine belastbaren Daten vor, die eine restitutive Wirkung von VR belegen; VR ist hier eher als ergänzendes, kompensatorisches Verfahren im Rahmen alltagsorientierter Rehabilitation zu sehen.</div><div><br></div><div><br></div></div><div><b class="fs12lh1-5 cf3">Fazit</b></div><div><div><span class="cf3"><b><br></b></span></div><div>Wie bereits erwähnt gehören visuelle Wahrnehmungsstörungen zu den häufigsten und folgenreichsten Konsequenzen neurologischer Schädigungen, da sie Orientierung, Selbstständigkeit, Lesen und Kommunikation, Mobilität, Sicherheit, Therapiecompliance und ADL betreffen – und somit ein zentraler Hebel für funktionelle Rehabilitation sind.</div><div><br></div></div><div><br></div><div><br></div><div><div><b class="fs10lh1-5">Quellen</b><div><span class="fs10lh1-5">•	Weber, P., John, R., Konrad, K., von Livonius, B., Lorenz, B., Ruple, B., Schroeder, A., Stock-Mühlnickel, S., &amp; Karch, D. (2017). S2k-Leitlinie Visuelle Wahrnehmungsstörungen (AWMF-Register Nr. 022/020). Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Kerkhoff, G. (2010). Evidenzbasierte Verfahren in der neurovisuellen Rehabilitation. NeuroRehabilitation, 16(2), 82–90.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Kerkhoff, G. (2000). Neurovisual rehabilitation: Recent developments and future directions. Journal of Neurology, Neurosurgery &amp; Psychiatry, 68(6), 691–706. https://doi.org/10.1136/jnnp.68.6.691 </span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	van Nispen, R. M. A., Virgili, G., Hoeben, M., Langelaan, M., Klevering, J., Keunen, J. E. E., &amp; van Rens, G. H. M. B. (2020). Low vision rehabilitation for better quality of life in visually impaired adults. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2020(1), Article CD006543. </span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Vilimovsky, T., Chen, P., &amp; McIntosh, R. D. (2021)</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Chen, P., Gillen, G., &amp; McIntosh, R. D. (2025)</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Pollock et al., Cochrane Review (2019, Update 2022)</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Interventions for visual field defects after stroke. Cochrane Database of Systematic Reviews. DOI: 10.1002/14651858.CD008388.pub3</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Rowe et al. (2020)</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Visual impairment following stroke. Lancet Neurology, 19(2), 136–147. DOI: 10.1016/S1474-4422(19)30369-0</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Kerkhoff &amp; Schenk (2021)</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Rehabilitation of visual field defects and visual neglect. Current Opinion in Neurology, 34(1), 65–72. DOI: 10.1097/WCO.0000000000000894</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	SEARCH Trial (2025)</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Visual scanning training vs. sham in post stroke hemianopia. UK Stroke Research Network. (Preprint + Journal publication 2025)</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Kerkhoff, G., &amp; Schenk, T. (2021). Rehabilitation of visual field defects and visual neglect. Current Opinion in Neurology, 34(1), 65–72.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Schindler, I., Kerkhoff, G., et al. (2018). Effects of optokinetic stimulation on spatial neglect. Neuropsychologia, 115, 60–70.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Rorden, C., et al. (2020). Rehabilitation of unilateral spatial neglect: A meta-analysis. Cortex, 127, 322–339.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Kerkhoff, G., et al. (2023). Combined optokinetic stimulation and saccadic training in neglect. Frontiers in Neuroscience, 17, 112345.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Reinhard, J., Schreiber, A., Schiefer, U., et al. (2005). Does visual restitution training change absolute homonymous visual field defects? A fundus controlled study. Brain, 128(12), 2882–2898. https://doi.org/10.1093/brain/awh609 </span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Horton, J. C. (2005). Disappointing results from NovaVision’s visual restoration therapy. Ophthalmology, 112(2), 208–209. https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2004.11.003 </span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Sabel, B. A., Kenkel, S., &amp; Kasten, E. (2011). Vision restoration therapy (VRT) efficacy and safety in patients with visual field loss. Restorative Neurology and Neuroscience, 29(6), 453–464. https://doi.org/10.3233/RNN-2011-0611 </span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Pollock, A., Hazelton, C., Henderson, C. A., et al. (2019). Interventions for visual field defects in patients with stroke. Cochrane Database of Systematic Reviews, CD008388. https://doi.org/10.1002/14651858.CD008388.pub3</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Bouwmeester, L., Heutink, J., &amp; Lucas, C. (2007). The effect of visual training for patients with visual field defects due to brain damage: A systematic review. Journal of Neurology, Neurosurgery &amp; Psychiatry, 78(6), 555–564. https://doi.org/10.1136/jnnp.2006.103853 </span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Kerkhoff, G., &amp; Schenk, T. (2021). Rehabilitation of visual field defects and visual neglect. Current Opinion in Neurology, 34(1), 65–72. https://doi.org/10.1097/WCO.0000000000000894 </span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Raemaekers, M., et al. (2010). Visual field restoration after brain damage: A systematic review of fMRI studies. Human Brain Mapping, 31(9), 1590–1605. </span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Fong, K. N. K., Ting, K. H., Zhang, X., Yau, C. S. F., &amp; Li, L. S. W. (2023). The effect of mirror visual feedback on spatial neglect for patients after stroke: A preliminary randomized controlled trial. Brain Sciences, 13(1), 3. DOI: 10.3390/brainsci13010003</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Arya, K. N., Pandian, S., Pandey, D., Agarwal, G. G., &amp; Chaudhary, N. (2024). Task-based and magnified mirror therapy for unilateral spatial neglect among post-stroke subjects: Study protocol for a randomized controlled trial. PLOS ONE, 19(1), e0296276. DOI: 10.1371/journal.pone.0296276</span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Martino Cinnera, A., et al. (2022). Exploring the Potential of Immersive Virtual Reality in the Treatment of Unilateral Spatial Neglect Due to Stroke: A Comprehensive Systematic Review. Brain Sciences, 12(11), 1589. DOI: 10.3390/brainsci12111589 </span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Gamito, P., Oliveira, J., Morais, D., et al. (2021). Virtual Reality Based Cognitive Rehabilitation of Spatial Neglect in Stroke Patients: A Controlled Study. Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking, 24(2), 123–129. DOI: 10.1089/cyber.2020.0034 </span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Kim, B. R., Chun, M. H., Kim, D. Y., et al. (2020). Effect of Virtual Reality Based Rehabilitation on Spatial Neglect in Stroke Patients. Annals of Rehabilitation Medicine, 44(1), 1–10. DOI: 10.5535/arm.2020.44.1.1 </span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Ogourtsova, T., Archambault, P. S., et al. (2019). Virtual Reality Treatment of Unilateral Spatial Neglect: A Feasibility Study. Neuropsychological Rehabilitation, 29(4), 545–566. DOI: 10.1080/09602011.2017.1301262 </span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Pedroli, E., Serino, S., Cipresso, P., et al. (2020). Virtual Reality in Neuropsychology: A Review of Its Uses in the Assessment and Rehabilitation of Cognitive Deficits. Frontiers in Psychology, 11, 1560. DOI: 10.3389/fpsyg.2020.01560 </span></div><div><span class="fs10lh1-5">•	Rowe, F. J., et al. (2021). Virtual Reality for Visual Field Assessment in Stroke: A Feasibility Study. Journal of Neurology, 268(6), 2212–2223. DOI: 10.1007/s00415-020-10301-4</span></div></div></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Tue, 07 Jul 2026 08:34:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Parkinson-Therapie nach Hoehn & Yahr: Warum das Krankheitsstadium die Therapieziele verändern muss]]></title>
			<author><![CDATA[Andreas Schedl]]></author>
			<category domain="https://neku.pro/blog/index.php?category=Therapie"><![CDATA[Therapie]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000018"><div><b class="fs14lh1-5">Parkinson-Therapie nach Hoehn &amp; Yahr: </b></div><div><b class="fs14lh1-5">Warum das Krankheitsstadium die Therapieziele verändern muss</b></div><div><br></div><div><br></div><div><b>Einleitung</b></div><div><br></div><div>Die Hoehn-und-Yahr-Skala ist kein vollständiges Therapiekonzept. Aber sie ist ein nützliches Werkzeug, um den Krankheitsverlauf bei Parkinson grob zu verstehen und Therapieziele sinnvoll anzupassen.</div><div><br><div>In frühen Stadien sollte Therapie aktivierend, präventiv und trainingsorientiert sein. In mittleren Stadien werden Gleichgewicht, Gang, Transfers, ADL, Cueing und Sturzprävention entscheidend. In fortgeschrittenen Stadien geht es zunehmend um Sicherheit, Hilfsmittel, Pflegeerleichterung, Komplikationsprophylaxe und Lebensqualität.</div><div>Gute Parkinson-Therapie bedeutet deshalb nicht: ein Standardprogramm für alle.</div><div><br></div><div>Gute Parkinson-Therapie bedeutet, das Stadium verstehen, den Menschen individuell befunden und die Therapie konsequent an Alltag, Funktion und Krankheitsverlauf anpassen.</div><div><br></div></div><div>______</div><div><br><div>Parkinson ist keine Erkrankung, die bei allen Menschen gleich verläuft. Manche Patient:innen bleiben über viele Jahre relativ selbstständig, andere entwickeln früher deutliche Probleme beim Gehen, beim Gleichgewicht, bei Alltagsbewegungen oder in der Selbstversorgung.</div><div><br></div><div>Eine hilfreiche Orientierung bietet die Hoehn-und-Yahr-Skala. Sie teilt das Parkinson-Syndrom grob in verschiedene Krankheitsstadien ein. Dabei geht es vor allem um Seitenbetroffenheit, Gleichgewicht, posturale Kontrolle, Mobilität und Selbstständigkeit. Die aktuelle deutsche S2k-Leitlinie zur Parkinson-Krankheit führt die Leitlinie als gültig bis 2028 und als zentrale deutschsprachige Orientierung für Diagnostik und Therapie der Parkinson-Krankheit. &nbsp;</div><div><br></div><div>Wichtig ist aber direkt zu Beginn: Hoehn &amp; Yahr ersetzt keinen individuellen Befund. Zwei Patient:innen im gleichen Stadium können völlig unterschiedliche Probleme haben. Der eine stürzt häufig, die andere hat vor allem Freezing. Ein Patient ist motorisch noch relativ stabil, aber durch Fatigue, Schmerzen oder kognitive Einschränkungen stark belastet. Die Stadieneinteilung ist also ein Rahmen — nicht der Therapieplan selbst.</div><div><br></div></div><div><img class="image-1" src="https://neku.pro/images/Einteilung_nach_Hoehn_Yahr.jpg"  width="928" height="550" /></div><div><b class="cf1"><br></b></div><div><b class="cf1">Stadium I: Einseitige Symptome – Therapie beginnt nicht erst bei Einschränkung</b></div><div><b><br></b><div>Im Stadium I zeigen sich die Symptome meist nur auf einer Körperseite. Häufig sind die funktionellen Einschränkungen noch gering. Typisch können einseitiger Tremor, reduzierte Armschwungbewegung, leichte Steifigkeit, beginnende Bradykinese oder veränderte Feinmotorik sein.</div><div><br></div><div>Gerade dieses frühe Stadium wird therapeutisch oft unterschätzt. Viele Patient:innen kommen noch gut durch den Alltag. Genau deshalb entsteht manchmal der Eindruck: „So viel muss man noch nicht machen.“</div><div>In frühen Stadien geht es nicht darum, Defizite zu „therapieren“, sondern vielmehr darum, Inaktivität zu verhindern und die vorhandene Leistungsfähigkeit möglichst lange zu erhalten. Die APTA Clinical Practice Guideline zur physiotherapeutischen Behandlung bei Parkinson bewertet unter anderem aerobes Ausdauertraining, regelmäßiges Krafttraining, Gleichgewichtstraining, aktives Gangtraining, aufgabenspezifisches Training und beginnendes Cueing als relevante und notwendige physiotherapeutische Interventionen. Vorliegt.</div><div><br></div><div>Patienten sollten früh lernen, dass Bewegung ein wichtiger und zentraler Bestandteil ihrer Therapie ist. Es geht nicht um ein bisschen „Mobilisation“ und „Physio“, sondern um echtes Training mit Steigerung der Muskelkraft, kardiopulmonaler Ausdauer, der Beweglichkeit des ganzen Körpers, Verbesserung des Gleichgewichts, möglichst große Bewegungsamplituden, sowie Gehen und Alltagsaktivität.</div><div><br></div><div><br></div><div><i>In dieser Phase sind die wichtigsten Ziele:</i></div><div><br></div><div><i>Prävention von Inaktivität.</i></div><div><span class="imUl"><br></span></div><div>Wer sich weniger bewegt, verliert schneller Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Selbstvertrauen. Gerade bei Parkinson kann daraus ein ungünstiger Kreislauf entstehen: weniger Aktivität, schlechtere Belastbarkeit, mehr Unsicherheit, noch weniger Aktivität.</div><div><br></div><div><i>Erhalt und Verbesserung der motorischen Leistungsfähigkeit.</i></div><div><br></div><div>Kraft, Gelenkbeweglichkeit, Ausdauer, Gleichgewicht und Bewegungsamplitude sollten aktiv trainiert werden. Nicht erst dann, wenn deutliche Einschränkungen auftreten.</div><div><br></div><div><i>Aufbau eines aktiven Lebensstils.</i></div><div><br></div><div>Therapie darf nicht nur in der Praxis stattfinden. Entscheidend ist, ob Bewegung in den Alltag kommt: Spazierengehen, Treppen, Heimübungen, Training, Gruppensport, Radfahren, Tanzen, Nordic Walking oder andere passende Bewegungsformen.</div><div><br></div><div><i>Einbezug des persönlichen Umfelds.</i></div><div><br></div><div>Angehörige, Hobbys, Wohnsituation, Beruf und Alltag müssen früh mitbedacht werden. Parkinson-Therapie ist erfolgreicher, wenn sie nicht isoliert als Übungsprogramm verstanden wird, sondern als langfristige Bewegungsstrategie.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf1"><b>Stadium II: Beidseitige Symptome – noch ohne relevante Gleichgewichtsstörung</b></span></div><div><br></div><div>Im Stadium II treten Symptome auf beiden Körperseiten auf. Das bedeutet aber nicht automatisch schwere Einschränkung. Viele Patient:innen sind weiterhin selbstständig, bemerken aber zunehmende Verlangsamung, reduzierte Bewegungsamplitude, mehr Steifigkeit oder mehr Anstrengung bei Alltagsbewegungen.</div><div><br></div><div>Therapeutisch bleibt der Fokus aktivierend. Zusätzlich wird es wichtiger, Bewegungen bewusster, größer und alltagsnäher zu trainieren.</div><div><br></div><div>Der entscheidende Punkt ist, in Stadium II sollte die Therapie nicht passiver werden, sondern spezifischer.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf1"><b>Stadium III: Der Wendepunkt – Gleichgewicht und Sturzrisiko rücken in den Mittelpunkt</b></span></div><div><br></div><div>Gleichgewicht, Haltereaktionen und reaktive Stabilität sind zunehmend gestört. Das Sturzrisiko steigt. Viele Patient:innen merken das nicht nur beim Gehen auf gerader Strecke, sondern vor allem in Alltagssituationen. Ab diesem Stadium reicht allgemeines Üben häufig nicht mehr aus. Therapie muss konkreter werden.</div><div><br></div><div><i>Die wichtigsten Ziele sind jetzt:</i></div><div><i><br></i></div><div><i>Sturzprävention.</i></div><div><br></div><div>Das bedeutet nicht nur „Gleichgewicht üben“. Es bedeutet: Schrittstrategien, Gewichtsverlagerung, Reaktionen, Richtungswechsel, Hindernisse, Transfers, Drehen, Dual-Task-Situationen und Risikoverhalten trainieren.</div><div><br></div><div><i>Reduktion von ADL-Einschränkungen.</i></div><div><br></div><div>ADL bedeutet Aktivitäten des täglichen Lebens. Dazu gehören Waschen, Anziehen, Essen, Toilettengänge, Kochen, Haushalt, Einkaufen, Arbeiten und Hobbys. NICE empfiehlt bei Parkinson eine Überweisung zur Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie, wenn Probleme mit Balance, Motorik, Aktivitäten des täglichen Lebens, Kommunikation, Schlucken oder Speichelkontrolle bestehen. </div><div><br></div><div><i>Training von Bewegungsübergängen.</i></div><div><i><br></i></div><div>Viele Probleme entstehen nicht in der Bewegung selbst, sondern beim Übergang: vom Sitzen zum Stehen, vom Stehen zum Gehen, vom Gehen zum Drehen, vom Liegen zum Sitzen, vom Gehen zum Stoppen.</div><div><br></div><div><i>Gangtraining.</i></div><div><i><br></i></div><div>Schrittlänge, Gehgeschwindigkeit, Armschwung, Rumpfrotation, Starthemmung, Freezing, Richtungswechsel und sicheres Gehen unter Ablenkung müssen gezielt trainiert werden.</div><div><br></div><div><i>Haltung und Aufrichtung.</i></div><div><i><br></i></div><div>Eine zunehmend gebeugte Haltung verändert Blickrichtung, Atmung, Gleichgewicht, Rumpfbeweglichkeit, Schrittverhalten und Armfunktion. Haltungstraining ist deshalb nicht „Kosmetik“, sondern funktionelles Training.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf1"><b>Stadium II bis IV: Strategien werden wichtiger als reine Übungsausführung</b></span></div><div><br></div><div>In den mittleren Stadien muss Therapie stärker strategisch werden. Parkinson beeinträchtigt nicht nur Kraft oder Beweglichkeit. Viele automatische Bewegungsabläufe werden schwieriger. Was früher nebenbei funktioniert hat, muss plötzlich bewusst geplant werden.</div><div><br></div><div>Hier kommen Bewegungsstrategien und Cueing ins Spiel. Cueing bedeutet, Bewegung durch äußere oder innere Reize zu erleichtern. Das können akustische, visuelle, taktile oder verbale Hinweise sein.</div><div><br></div><div><i>Praktisch heißt das:</i></div><div><i><br></i></div><div>Ein Patient mit Freezing braucht nicht einfach mehr Beintraining. Er braucht konkrete Strategien für Türschwellen, enge Räume, Drehen, Starthemmung und Stresssituationen. Eine Patientin mit Stürzen braucht nicht nur Kraftübungen.</div><div><span class="fs12lh1-5">Sie braucht ein progressives Gleichgewichts- und Reaktionstraining, Sicherheitsstrategien, Hilfsmittelprüfung und Alltagstraining.</span></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div>Ein Patient mit Problemen beim Anziehen braucht nicht nur Schulterbeweglichkeit.</div><div>Er braucht aufgabenspezifisches Training, eventuell Ergotherapie, Anpassung der Abläufe und geeignete Hilfsmittel.</div><div>Die Therapie muss also weg von allgemeinen Übungslisten und hin zu konkreten Alltagsproblemen.</div><div><br></div><div><br></div><div><b><span class="cf1">Stadium IV: Schwere Einschränkung – Selbstständigkeit sichern, Überforderung vermeiden</span></b></div><div><br></div><div>Im Stadium IV ist die Symptomatik deutlich fortgeschritten. Viele Patient:innen benötigen Hilfe bei Aktivitäten des täglichen Lebens. Gehen und Stehen können noch möglich sein, aber oft nur mit Unterstützung, Hilfsmittel oder unter erhöhter Sturzgefahr.</div><div><br></div><div>Das Ziel ist nicht, mit unrealistischen Versprechen Mobilität „zurückzuholen“. Ziel ist, vorhandene Funktionen bestmöglich zu nutzen, Sicherheit zu erhöhen und Überforderung zu vermeiden.</div><div><br></div><div>NICE (National Institute for Health and Care Excellence - guideline) beschreibt Parkinson-Management ausdrücklich als Versorgung über den Verlauf hinweg und berücksichtigt neben motorischen Problemen auch Alltagsaktivitäten, Kommunikation, Schlucken und palliative Aspekte. In diesem Stadium wird interdisziplinäre Arbeit besonders wichtig: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Pflege, Ärzt:innen, Angehörige und Hilfsmittelversorgung müssen zusammenarbeiten.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="cf1"><b>Stadium V: Pflegebedürftigkeit – Therapie bleibt wichtig, aber mit anderer Zielsetzung</b></span></div><div><br></div><div>Die Studienlage zu aktivem Training betrifft vor allem frühe und mittlere Stadien. Für sehr fortgeschrittene Parkinson-Stadien ist die direkte Evidenz für klassische Trainingsinterventionen deutlich schwächer. Die APTA-Leitlinie weist selbst darauf hin, dass die aktuelle Evidenz besonders stark für frühe bis mittlere Krankheitsstadien ist. Das heißt aber nicht, dass aktive Therapie in Stadium V unwichtig wird!</div><div><br></div><div><i>Erhalt der Vitalfunktionen.</i></div><div><i><br></i></div><div>Lagewechsel, Atemunterstützung, Kreislaufanregung, Mobilisation im Rahmen der Möglichkeiten und Aktivierung vorhandener Ressourcen.</div><div><br></div><div><i>Dekubitusprophylaxe.</i></div><div><i><br></i></div><div>Positionierung, Druckentlastung, Sitz- und Lagerungsmanagement, regelmäßige Lagewechsel und Beratung der Pflegepersonen.</div><div><br></div><div><i>Kontrakturprophylaxe.</i></div><div><i><br></i></div><div>Erhalt von Beweglichkeit, Vermeidung dauerhafter Fehlstellungen, aktiv-assistive oder passive Bewegungen und sinnvolle Lagerung.</div><div><br></div><div><i>Aktiv-assistives Bewegen.</i></div><div><i><br></i></div><div>Alles, was Patient:innen noch aktiv beitragen können, sollte genutzt werden. Der Fehler wäre, zu früh alles passiv zu übernehmen.</div><div><br></div><div><i>Hilfsmitteleinsatz.</i></div><div><i><br></i></div><div>Rollstuhlversorgung, Pflegebett, Transferhilfen, Lagerungshilfen, Sitzanpassung und Kommunikationshilfen sind keine Zeichen von Aufgeben. Sie sind oft Voraussetzung für Sicherheit, Pflegeerleichterung und Lebensqualität.</div><div>In Stadium V steht nicht mehr Leistungssteigerung im Vordergrund, sondern Schutz, Erhalt, Lebensqualität und Entlastung des Umfelds.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs11lh1-5">Quellen</span><div><ul><li><span class="fs11lh1-5">Deutsche Gesellschaft für Neurologie. (2023). S2k-Leitlinie Parkinson-Krankheit. AWMF-Registernummer 030/010.</span></li><li><span class="fs11lh1-5">National Institute for Health and Care Excellence. (2017). Parkinson’s disease in adults: Diagnosis and management. NICE guideline NG71.</span></li><li><span class="fs11lh1-5">National Institute for Health and Care Excellence. (2018). Parkinson’s disease: Quality standard QS164.</span></li><li><span class="fs11lh1-5">Osborne, J. A., Botkin, R., Colon-Semenza, C., et al. (2022). Physical Therapist Management of Parkinson Disease: A Clinical Practice Guideline From the American Physical Therapy Association. Physical Therapy.</span></li></ul><ul><li><span class="fs11lh1-5">ParkinsonNet/KNGF. (2014). European Physiotherapy Guideline for Parkinson’s Disease.</span></li></ul></div><div><br></div></div><div><br></div></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 29 Jun 2026 07:12:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Warum Therapie weit über Muskeltraining hinausgeht – mit praktischen Beispielen.]]></title>
			<author><![CDATA[Andreas Schedl]]></author>
			<category domain="https://neku.pro/blog/index.php?category=Therapie"><![CDATA[Therapie]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000017"><div><span class="fs14lh1-5"><b>Warum Therapie mehr ist als Muskeltraining</b></span></div><div><span class="fs14lh1-5"><b><br></b></span></div><div><br></div><div>Bewegung ist nicht nur Muskelarbeit. Damit ein Mensch sicher aufsteht, geht, dreht oder auf Hindernisse reagiert, braucht er Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Planung und Anpassung. Funktionelle Bewegung entsteht also aus dem Zusammenspiel von Kognition, sensorischer Verarbeitung und motorischer Ausführung.</div><div><br></div><div><img class="image-1" src="https://neku.pro/images/Zusammenspiel-der-Ebenen-und-Strukturen-der-kognitiv-gesteurten-Bewegung.png"  width="948" height="632" /></div><div><br></div><div> </div><div>Besonders im Alltag wird das deutlich: Gehen im ruhigen Therapieraum ist etwas anderes als Gehen während eines Gesprächs, mit Ablenkung oder in einer unübersichtlichen Umgebung. Unter solchen Doppelaufgaben kann sich das Gangbild verschlechtern. Dieses Phänomen wird als motorisch-kognitive Interferenz beschrieben.</div><div><br></div><div>Für die Therapie bedeutet das: Wenn Bewegung unsicher wird, liegt das Problem nicht automatisch nur in Kraft, Gleichgewicht oder Koordination. Auch Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Entscheidungsverhalten oder Handlungsplanung können die Bewegung begrenzen. Präfrontale und frontoparietale Netzwerke spielen dabei eine wichtige Rolle für Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und flexible Handlungssteuerung.</div><div><br></div><div>Gleichzeitig braucht Bewegung verlässliche sensorische Informationen. Visuelle, vestibuläre und propriozeptive Reize helfen dem Nervensystem, Körperlage, Raumorientierung und Gleichgewicht zu kontrollieren. Werden diese Informationen schlecht verarbeitet, kann Bewegung unsicher oder schlecht angepasst wirken.</div><div><br></div><div>Therapeutisch sinnvoll ist deshalb ein Training, das Motorik und Kognition gezielt verbindet: zum Beispiel Gehen mit Richtungsentscheidungen, Reaktionsaufgaben, Stop-and-go-Aufgaben oder alltagsnahe Mehrschritt-Handlungen. Wichtig ist aber: Dual-Task-Training ist nicht automatisch besser. Es muss sicher, individuell dosiert und dem Leistungsniveau angepasst sein.</div><div><br></div><div>Bewegung kann zudem kognitive Funktionen positiv beeinflussen, besonders bei älteren Erwachsenen. Studien zeigen, dass körperliches Training mit Verbesserungen kognitiver Funktionen verbunden sein kann – abhängig von Trainingsform, Dosierung und Zielgruppe.</div><div><br></div><div>Kognition und Bewegung gehören in der neurologischen Therapie zusammen. Wer nur Muskeln, Gleichgewicht oder Beweglichkeit betrachtet, übersieht oft einen wichtigen Teil funktioneller Mobilität. Gute Therapie fragt deshalb immer: </div><div><br></div><div>Aktuelle neurorehabilitative Forschung zeigt, dass motorisches Lernen, sensorische Integration und kognitive Steuerung nicht getrennt voneinander betrachtet werden können, sondern integrale Bestandteile eines gemeinsamen Funktionssystems sind.</div><div><br></div><div><span class="cf1"><b>THERAPEUTISCHE BEDEUTUNG</b></span></div><div><br></div><div><b><span class="cf1">1. KOGNITIVE STEUERUNG</span></b></div><div><b><br></b><div>Die kognitive Ebene umfasst präfrontale und frontoparietale Netzwerke, die für folgende Funktionen verantwortlich sind:</div><div>•	Zieldefinition und Bewegungsplanung</div><div>•	Aufmerksamkeitssteuerung</div><div>•	Entscheidungsfindung</div><div>•	Auswahl geeigneter Bewegungsstrategien</div><div>•	Situationsanalyse und Handlungskontext</div><div><br></div><div><i>Therapeutische Bedeutung</i></div><div><br></div><div>Physiotherapie:</div><div>•	Dual Task Training</div><div>•	Mentales Training</div><div>•	Strategietraining bei neurologischen Erkrankungen</div><div><br></div><div>Ergotherapie:</div><div>•	Handlungsplanung im Alltag</div><div>•	Kognitiv motorische Aufgaben</div><div>•	Training alltagsrelevanter Handlungsketten</div><div><br></div><div>Studien belegen, dass kognitive Aktivierung die motorische Leistungsfähigkeit verbessert. und dass personalisiertes motorisch kognitives Training bei Schlaganfallpatient:innen sowohl die Aufmerksamkeit als auch das Gangbild verbessert.</div><div><br></div><div><br></div><div><b><span class="cf1">2. MOTORISCHE PLANUNG UND AUSFÜHRUNG</span></b></div><div><b><br></b></div><div>Die motorische Ebene umfasst:</div><div>•	Prämotorischer Cortex &amp; SMA</div><div>•	Basalganglien</div><div>•	Kleinhirn</div><div>•	Motorischer Cortex</div><div>•	Spinale Netzwerke</div><div><br></div><div><i>Therapeutische Bedeutung</i></div><div><br></div><div>Physiotherapie:</div><div>•	Variabilitätstraining</div><div>•	Aufgabenorientiertes Training</div><div>•	Koordinations &nbsp;und Krafttraining</div><div><br></div><div>Ergotherapie:</div><div>•	Feinmotoriktraining</div><div>•	Training komplexer Bewegungsabläufe</div><div>•	Handlungsorientierte Sequenzen</div><div><br></div><div>Kombination aus metakognitiver Therapie und Neuro Physiotherapie die Bewegungswahrnehmung und motorische Kontrolle bei funktionellen Bewegungsstörungen verbessert.</div><div><br></div><div><br></div><div><b><span class="cf1">3. SENSORISCHE UND POSTURALE GRUNDLAGE</span></b></div><div><b><br></b></div><div>Die sensorische Ebene liefert Rückmeldung über:</div><div>•	Körperposition (Propriozeption)</div><div>•	Gleichgewicht (Vestibularsystem)</div><div>•	Raumorientierung (visuell parietale Netzwerke)</div><div>•	Belastung und Druck (somatosensorische Systeme)</div><div><br></div><div><i>Therapeutische Bedeutung</i></div><div><br></div><div>Physiotherapie:</div><div>•	Gleichgewichtstraining</div><div>•	Propriozeptives Training</div><div>•	Vestibuläre Rehabilitation</div><div><br></div><div>Ergotherapie:</div><div>•	Sensorische Integration</div><div>•	Förderung der Körperwahrnehmung</div><div>•	Verbesserung der Handlungssicherheit</div><div><br></div><div>Eine Pilotstudie zeigt, dass kombiniertes kognitives und physikalisches Training die Schmerzverarbeitung und Bewegungsqualität bei Fibromyalgie verbessert.</div><div><br></div><div><br></div><div><b><span class="cf1">4. FEEDBACK SCHLEIFE UND LERNEN</span></b></div><div><b><br></b></div><div>Die Feedback Schleife verbindet alle Ebenen:</div><div>•	Sensorisches Feedback → Fehlererkennung</div><div>•	Motorische Netzwerke → Anpassung</div><div>•	Kognitive Systeme → Integration</div><div><br></div><div><i>Therapeutische Bedeutung</i></div><div><br></div><div>Physiotherapie:</div><div>•	Visuelles Feedback</div><div>•	Propriozeptives Feedback</div><div><br></div><div>Ergotherapie:</div><div>•	Auditives Feedback</div><div>•	Taktiles Feedback</div><div><br></div><div><br></div><div><b><span class="cf1">5. KLINISCHE BEISPIELE</span></b></div><div><b><br></b></div><div>Physiotherapie</div><div>Gangtraining nach Schlaganfall</div><div>•	Ziel definieren</div><div>•	Schrittfolge üben</div><div>•	Gleichgewicht &amp; Orientierung</div><div>•	Videoanalyse zur Korrektur</div><div><br></div><div>Vestibuläre Rehabilitation</div><div>•	Kopf Augen Koordination</div><div>•	Propriozeptive Stimulation</div><div>•	Visuelle Fixation</div><div><br></div><div>Ergotherapie</div><div>Anziehtraining bei Hemiparese</div><div>•	Handlungsschritte planen</div><div>•	Greifen, Ziehen, Stabilisieren</div><div>•	Spiegel Feedback</div><div><br></div><div>Feinmotoriktraining bei Tremor</div><div>•	Bewegungsplanung</div><div>•	Proximale Stabilität</div><div>•	Materialwiderstand</div><div><br></div><div><br></div><div><b class="cf1">KERNAUSSAGE</b></div><div>Bewegung entsteht aus dem Zusammenspiel kognitiver, motorischer und sensorischer Systeme. Therapie wirkt nicht nur auf Muskeln — sie wirkt auf ganze neuronale Netzwerke.</div><div><br></div></div><div><br></div><div><br></div><div><b class="fs10lh1-5">LITERATURLISTE</b></div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Al-Yahya, E., Dawes, H., Smith, L., Dennis, A., Howells, K., &amp; Cockburn, J. (2011). Cognitive motor interference while walking: A systematic review and meta-analysis. Neuroscience &amp; Biobehavioral Reviews, 35(3), 715–728. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20833198/</span></li><li><span class="fs10lh1-5">Beurskens, R., &amp; Bock, O. (2012). Age-related deficits of dual-task walking: A review. Neural Plasticity, 2012, Article 131608. https://doi.org/10.1155/2012/131608 </span></li><li><span class="fs10lh1-5">Colcombe, S., &amp; Kramer, A. F. (2003). Fitness effects on the cognitive function of older adults: A meta-analytic study. Psychological Science, 14(2), 125–130. https://doi.org/10.1111/1467-9280.t01-1-01430 </span></li><li><span class="fs10lh1-5">Diamond, A. (2013). Executive functions. Annual Review of Psychology, 64, 135–168. https://doi.org/10.1146/annurev-psych-113011-143750 </span></li><li><span class="fs10lh1-5">Edwards, M. J., Adams, R. A., Brown, H., Pareés, I., &amp; Friston, K. J. (2012). A Bayesian account of ‘hysteria’. Brain, 135(11), 3495–3512. https://doi.org/10.1093/brain/aws129 </span></li><li><span class="fs10lh1-5">Fritz, N. E., Cheek, F. M., &amp; Nichols-Larsen, D. S. (2015). Motor-cognitive dual-task training in neurologic disorders: A systematic review. Journal of Neurologic Physical Therapy, 39(3), 142–153. https://doi.org/10.1097/NPT.0000000000000090 </span></li><li><span class="fs10lh1-5">Horak, F. B. (2006). Postural orientation and equilibrium: What do we need to know about neural control of balance to prevent falls? Age and Ageing, 35(suppl_2), ii7–ii11. https://doi.org/10.1093/ageing/afl077 </span></li><li><div class="fs10lh1-5">Kleim, J. A., &amp; Jones, T. A. (2008). Principles of experience-dependent neural plasticity: Implications for rehabilitation after brain damage. Journal of Speech, Language, and Hearing Research, 51(1), S225–S239.<div><span class="fs10lh1-5">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18230848/</span></div></div></li><li><span class="fs10lh1-5">Maas, E., Robin, D. A., Hula, S. N. A., Freedman, S. E., Wulf, G., Ballard, K. J., &amp; Schmidt, R. A. (2008). Principles of motor learning in treatment of motor speech disorders. American Journal of Speech-Language Pathology, 17(3), 277–298. https://doi.org/10.1044/1058-0360(2008/025) </span></li><li><span class="fs10lh1-5">Marek, S., &amp; Dosenbach, N. U. F. (2018). The frontoparietal network: Function, electrophysiology, and importance of individual precision mapping. Dialogues in Clinical Neuroscience, 20(2), 133–140. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6136121/</span></li><li><span class="fs10lh1-5">Miller, E. K., &amp; Cohen, J. D. (2001). An integrative theory of prefrontal cortex function. Annual Review of Neuroscience, 24, 167–202. https://doi.org/10.1146/annurev.neuro.24.1.167 </span></li><li><span class="fs10lh1-5">Nijs, J., Kosek, E., Van Oosterwijck, J., &amp; Meeus, M. (2012). Dysfunctional endogenous analgesia during exercise in patients with chronic pain: To exercise or not to exercise? Pain Physician, 15(3), ES205–ES213.</span></li><li><span class="fs10lh1-5">Northey, J. M., Cherbuin, N., Pumpa, K. L., Smee, D. J., &amp; Rattray, B. (2018). Exercise interventions for cognitive function in adults older than 50: A systematic review with meta-analysis. British Journal of Sports Medicine, 52(3), 154–160. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28438770/</span></li><li><span class="fs10lh1-5">Peterka, R. J. (2002). Sensorimotor integration in human postural control. Journal of Neurophysiology, 88(3), 1097–1118. https://doi.org/10.1152/jn.2002.88.3.1097 </span></li><li><span class="fs10lh1-5">Plummer, P., Eskes, G., Wallace, S., Giuffrida, C., Fraas, M., Campbell, G., Clifton, K., &amp; Skidmore, E. R. (2013). Cognitive-motor interference during functional mobility after stroke: State of the science and implications for future research. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation, 94(12), 2565–2574. https://doi.org/10.1016/j.apmr.2013.08.002 </span></li><li><span class="fs10lh1-5">Schmidt, R. A., &amp; Lee, T. D. (2019). Motor learning and performance: From principles to application (6th ed.). Human Kinetics.</span></li><li><span class="fs10lh1-5">Shumway-Cook, A., &amp; Woollacott, M. H. (2017). Motor control: Translating research into clinical practice (5th ed.). Wolters Kluwer.</span></li><li><span class="fs10lh1-5">Yogev-Seligmann, G., Hausdorff, J. M., &amp; Giladi, N. (2008). The role of executive function and attention in gait. Movement Disorders, 23(3), 329–342. https://doi.org/10.1002/mds.21720</span></li></ul></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Thu, 21 May 2026 16:26:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA["MS, GBS und CIDP: Der große Vergleich – Was du 2026 wissen solltest!"]]></title>
			<author><![CDATA[Jacques van der Meer]]></author>
			<category domain="https://neku.pro/blog/index.php?category=Therapie"><![CDATA[Therapie]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000014"><div><b class="fs14lh1-5">Multiple Sklerose (MS), Guillain‑Barré‑Syndrom (GBS) und CIDP</b></div><div><b class="fs14lh1-5">Klinischer Vergleich, Diagnostik und Therapie </b><b class="fs10lh1-5">(Stand 2026)</b></div><div><b class="fs14lh1-5"><br></b></div><div><b class="fs14lh1-5"><br></b></div><div><b>1. Einleitung</b></div><div><b><br></b></div><div>Multiple Sklerose (MS), das Guillain‑Barré‑Syndrom (GBS) und die chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) gehören zu den bedeutendsten autoimmunen, demyelinisierenden Erkrankungen des Nervensystems. Trotz unterschiedlicher anatomischer Lokalisationen teilen sie zentrale pathophysiologische Mechanismen, insbesondere die immunvermittelte Schädigung von Myelin.¹⁻³</div><div>Dieses Kapitel bietet einen umfassenden, wissenschaftlich fundierten Überblick über Pathophysiologie, Ursachen, klinische Präsentation, Diagnostik, Therapie und Prognose.</div><div><br></div><div>Auch in Detail kombiniert mit Praxisübungen/Therapie zu finden bei unsere Kurse:</div><div><ul><li><span class="fs12lh1-5 cf1"><a href="https://neku.pro/kurse.html#MS" onclick="return x5engine.utils.imPopUpWin('https://neku.pro/kurse.html#MS','imPopUp', 1920,1080);" class="imCssLink">Multiple Sklerose</a></span></li><li><span class="cf1"><a href="https://neku.pro/kurse.html#SNE" onclick="return x5engine.utils.imPopUpWin('https://neku.pro/kurse.html#SNE','imPopUp', 1920,1080);" class="imCssLink">Seltene Neurologische Erkrankungen und ihre Therapie</a></span></li></ul></div><div><br></div><div><b>2. Pathophysiologie</b></div><div><b><br></b></div><div><b>2.1 Gemeinsamer Mechanismus: Autoimmun vermittelte Demyelinisierung</b></div><div>Alle drei Erkrankungen beruhen auf einer fehlgeleiteten Immunreaktion, die Myelin angreift – die isolierende Schicht, die eine schnelle Weiterleitung elektrischer Signale ermöglicht.¹</div><div>Die Folge sind verlangsamte Nervenleitgeschwindigkeiten, Funktionsausfälle und – bei längerem Verlauf – axonale Schäden.</div><div><br></div><div><b>2.2 Unterschiede in der anatomischen Lokalisation</b></div><div><ul><li>MS betrifft das zentrale Nervensystem (ZNS) – Gehirn und Rückenmark.¹</li><li><span class="fs12lh1-5">GBS betrifft das periphere Nervensystem (PNS) – motorische, sensorische und autonome Nerven.²</span></li><li><span class="fs12lh1-5">CIDP ist eine chronische Form des GBS‑Spektrums mit persistierender Demyelinisierung und potenzieller axonaler Degeneration.³</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Ein gleichzeitiges Auftreten von MS und GBS ist extrem selten, jedoch in Einzelfallberichten dokumentiert.⁴</span></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div><b>3. Ursachen und Risikofaktoren</b></div><div><b><br></b></div><div><div><b><span class="fs12lh1-5">3.1 MS</span></b></div><div><ul><li><span class="fs12lh1-5">Aktuelle Forschung (2022–2026) zeigt, dass MS multifaktoriell entsteht. Wichtige Risikofaktoren sind:</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Epstein‑Barr‑Virus (EBV) – gilt heute als wahrscheinlichster Auslöser⁵</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Genetische Prädisposition (HLA‑DRB1*15:01)</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Vitamin‑D‑Mangel</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Rauchen</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Umweltfaktoren (Breitengrad, UV‑Exposition)⁵</span></li></ul></div></div><div><b><br></b></div><div><b>3.2 GBS</b></div><div><ul><li>GBS tritt häufig Tage bis Wochen nach Infektionen auf, insbesondere:</li><li><span class="fs12lh1-5">Campylobacter jejuni</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Cytomegalievirus (CMV)</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Epstein‑Barr‑Virus (EBV)</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Influenza</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Zika‑Virus²</span></li></ul></div><div><br></div><div>Sehr selten wurde GBS nach Impfungen beobachtet; das Risiko ist jedoch extrem gering und epidemiologisch gut untersucht.²</div><div><br></div><div><b>3.3 CIDP</b></div><div>CIDP beginnt ähnlich wie GBS, entwickelt sich jedoch über mindestens 8 Wochen und führt zu chronischer Demyelinisierung und axonaler Schädigung.³</div><div>Die Ätiologie ist unklar, jedoch werden immunologische Fehlregulationen, genetische Faktoren und Triggerinfektionen diskutiert.</div><div><br></div><div><br></div><div><b>4. Klinische Symptome</b></div><div><b><br></b></div><div><b>4.1 Gemeinsame Symptome</b></div><div>Alle drei Erkrankungen beeinträchtigen die Nervenleitung und verursachen:</div><div><ul><li>Muskelschwäche</li><li><span class="fs12lh1-5">Taubheit</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Parästhesien (Kribbeln)¹</span></li></ul></div><div><br></div><div><div><b><span class="fs12lh1-5">4.2 MS</span></b></div><div><span class="fs12lh1-5">Schubförmiger oder progredienter Verlauf</span></div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5">Häufige Symptome:</span></div><div><ul><li><span class="fs12lh1-5">Optikusneuritis</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Blasenstörungen</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fatigue</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Spastik</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Schmerzen</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Gleichgewichtsstörungen</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Dysarthrie und Dysphagie¹</span></li></ul></div></div><div><b><br></b></div><div><b>4.3 GBS</b></div><div><ul><li>Rascher Beginn innerhalb von Stunden bis Tagen</li><li><span class="fs12lh1-5">Typisch aufsteigende Lähmung (Beine → Rumpf → Arme)²</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Gefahr der Ateminsuffizienz (bis zu 30 % benötigen Beatmung)</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Autonome Störungen (Herzrhythmus, Blutdruck)</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Schmerzen, besonders neuropathisch</span></li></ul></div><div><br></div><div><b>4.4 CIDP</b></div><div><ul><li>Symptome wie GBS, jedoch chronisch‑progredient</li><li><span class="fs12lh1-5">Gangunsicherheit, Muskelschwäche, Sensibilitätsstörungen</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Verlust der Reflexe</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Ohne Therapie Gefahr bleibender Behinderungen³</span></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div><b>5. Diagnostik</b></div><div><b><br></b></div><div><b>5.1 MS</b></div><div><ul><li>MRT mit typischen Läsionen (periventrikulär, juxtakortikal, infratentoriell, spinal)</li><li><span class="fs12lh1-5">Liquor: oligoklonale Banden</span></li><li><span class="fs12lh1-5">McDonald‑Kriterien (aktualisiert 2024)⁶</span></li></ul></div><div><br></div><div><b>5.2 GBS</b></div><div><ul><li>Liquor: zytoalbuminäre Dissoziation</li><li><span class="fs12lh1-5">Nervenleitgeschwindigkeit: demyelinisierende Muster</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Brighton‑Kriterien²</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Atemfunktionsdiagnostik (Vitalkapazität)</span></li></ul></div><div><br></div><div><b>5.3 CIDP</b></div><div><ul><li>Elektrophysiologie: chronische Demyelinisierung</li><li><span class="fs12lh1-5">Verlauf ≥ 8 Wochen</span></li><li><span class="fs12lh1-5">EFNS/PNS‑Kriterien³</span></li></ul></div><div><br></div><div>Ausschluss anderer Polyneuropathien (z. B. Diabetes, Toxine)</div><div><br></div><div><br></div><div><b>6. Therapie</b></div><div><b><br></b></div><div><b>6.1 MS – krankheitsmodifizierende Therapien (DMTs)</b></div><div>Aktuelle Standardtherapien (2024–2026):⁵</div><div><ul><li><span class="fs12lh1-5">Ocrelizumab</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Ofatumumab</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Natalizumab</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fingolimod / Siponimod</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Dimethylfumarat</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Teriflunomid</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Interferone</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Glatirameracetat</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Alemtuzumab (restriktiver Einsatz wegen Nebenwirkungen)</span></li></ul></div><div><br></div><div>Akute Schübe:</div><div><ul><li><span class="fs12lh1-5">Hochdosis‑Methylprednisolon</span></li></ul></div><div><br></div><div><b>6.2 GBS</b></div><div><ul><li>IVIG</li><li><span class="fs12lh1-5">Plasmapherese</span></li></ul><span class="fs12lh1-5"> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Beide Therapien sind gleichwertig.²</span></div><div><br></div><div><b>6.3 CIDP</b></div><div><ul><li>Langzeit‑IVIG</li><li><span class="fs12lh1-5">Kortikosteroide</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Immunmodulatoren (Azathioprin, Rituximab)³</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Physiotherapie zur Funktionsverbesserung</span></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div><b>7. Prognose</b></div><div><b><br></b></div><div><b>7.1 MS</b></div><div><ul><li><span class="fs12lh1-5">Chronische Erkrankung ohne Heilung</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Moderne Therapien verbessern Prognose deutlich</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Die meisten Patient*innen bleiben &gt; 20 Jahre nach Diagnose gehfähig⁵</span></li></ul></div><div><br></div><div><b>7.2 GBS</b></div><div><ul><li>Besserung nach Wochen</li><li><span class="fs12lh1-5">Erholung über Monate bis Jahre</span></li><li><span class="fs12lh1-5">5–10 % behalten schwere Restdefizite²</span></li></ul></div><div><br></div><div><b>7.3 CIDP</b></div><div><ul><li>Frühtherapie entscheidend</li><li><span class="fs12lh1-5">Bis zu 30 % entwickeln ohne Behandlung Rollstuhlabhängigkeit³</span></li></ul></div><div><br></div><div><br></div><div><b>8. Literaturverzeichnis (APA‑Stil)</b></div><div><b><br></b></div><div><ol><li>National Multiple Sclerosis Society. (2024). Multiple Sclerosis Overview.</li><li><span class="fs12lh1-5">Willison, H. J., Jacobs, B. C., &amp; van Doorn, P. A. (2016). Guillain‑Barré syndrome. The Lancet, 388(10045), 717–727.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">European Academy of Neurology (EAN). (2023). CIDP Guidelines.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Rinaldi, S. (2013). MS and GBS overlap syndromes. Journal of Neurology, 260(1), 291–293.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Bjornevik, K. et al. (2022). Epstein‑Barr virus as the leading cause of MS. Science, 375(6578), 296–301.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Thomson, A. J. et al. (2024). McDonald Criteria Update. Multiple Sclerosis Journal.</span></li></ol></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 08 May 2026 12:39:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Anti-Nogo-A die Neurorehabilitation verändern könnte]]></title>
			<author><![CDATA[Jacques van der Meer]]></author>
			<category domain="https://neku.pro/blog/index.php?category=Therapie"><![CDATA[Therapie]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000013"><span class="fs20lh1-5 cf1">Anti-Nogo-A die Neurorehabilitation verändern könnte</span><div><span class="fs20lh1-5 cf1">und </span></div><div><span class="fs20lh1-5 cf1">Nogo-A: Warum ein Protein die Plastizität bremst</span><br><div><br></div><div><div><b class="fs14lh1-5">Wie ein molekulares „Stoppschild“ im Gehirn wirkt – und warum moderne Anti-Nogo-A-Therapien neue Chancen für die Rehabilitation eröffnen.</b></div><div><b class="fs14lh1-5"><br></b></div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div> </div><div><b><span class="fs14lh1-5 cf2">Was ist Nogo-A – und warum bremst es das Gehirn?</span></b></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Das zentrale Nervensystem besitzt eine enorme Fähigkeit zur Anpassung – aber es hat auch eingebaute Bremsen.</span></div><div><span class="fs12lh1-5">Eine der stärksten heißt Nogo-A. Dieses Protein wirkt wie eine molekulare Stabilitätsbremse:</span></div><div>Es sorgt dafür, dass neuronale Netzwerke nicht „überreagieren“ und zu stark umbauen.</div><div><span class="fs12lh1-5"> &nbsp;</span></div><div><span class="fs12lh1-5">Besonders relevant sind zwei Domänen von Nogo-A:</span></div><div><span class="fs12lh1-5">• &nbsp;Nogo-66</span></div><div>• &nbsp;Nogo-Δ20</div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div><span class="fs12lh1-5">Beide hemmen das Axonwachstum und reduzieren die Plastizität. Gut für Präzision – problematisch nach</span></div><div>Schlaganfall, Schädelhirntrauma oder Rückenmarksverletzung, wenn das Gehirn eigentlich maximale</div><div>Reorganisationsfähigkeit bräuchte.</div><div><span class="fs12lh1-5"> &nbsp;</span></div><div><b>Wie Nogo-A wirkt: Rezeptoren und Signalwege</b></div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div>Nogo-A bindet an mehrere Rezeptoren, die hemmende Signalwege aktivieren und so Umbauprozesse im Gehirn bremsen:</div><div><span class="fs12lh1-5">• &nbsp;NgR1 – aktiviert den RhoA/ROCK-Signalweg und stoppt Axonwachstum.</span></div><div><span class="fs12lh1-5">• &nbsp;S1PR2 – verstärkt die inhibitorische Wirkung und stabilisiert bestehende Netzwerke.</span></div><div><span class="fs12lh1-5">• &nbsp;PirB – wirkt als „Struktur-Konservierer“ und reduziert Flexibilität.</span></div><div><span class="fs12lh1-5">• &nbsp;GABA-A-Retention – Nogo-A hält GABA-A-Rezeptoren länger an der Synapse und senkt so die synaptische Plastizität.</span></div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div><span class="fs12lh1-5"><b>Kurz gesagt: Nogo-A macht das Gehirn stabiler – aber weniger lernfähig.</b></span></div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div><br></div><div><b><span class="fs14lh1-5 cf2">Warum Anti-Nogo-A-Therapien klinisch spannend werden</span></b></div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div><span class="fs12lh1-5">In der Neuropharmakologie zeichnet sich ein klarer Trend ab: Therapien, die die Plastizität des Gehirns erhöhen,</span></div><div>rücken zunehmend in den Fokus. Anti-Nogo-A-Antikörper gehören zu den vielversprechendsten Ansätzen.</div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div><span class="fs12lh1-5"><b>1. Studien zeigen funktionelle Verbesserungen</b></span></div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div>Präklinische und klinische Studien konnten zeigen, dass Anti-Nogo-A-Therapien:</div><div>• &nbsp;Axonwachstum fördern,</div><div><span class="fs12lh1-5">• &nbsp;kortikale Reorganisation erleichtern,</span></div><div><span class="fs12lh1-5">• &nbsp;und motorische Funktionen verbessern.</span></div><div> &nbsp;&nbsp;<span class="fs12lh1-5"> </span></div><div>Besonders eindrucksvoll: In Primatenstudien führte eine Anti-Nogo-A-Behandlung zu einer</div><div><i>verbesserten Handfunktion</i> nach Rückenmarksverletzungen.</div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div><span class="fs12lh1-5"><b>2. Synergie mit Rehabilitation</b></span></div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div>Anti-Nogo-A öffnet das „Fenster der Plastizität“ – intensive Rehabilitation nutzt dieses Fenster.</div><div><span class="fs12lh1-5">Konzepte wie <i><a href="https://neku.pro/kurse.html#NC" onclick="return x5engine.utils.imPopUpWin('https://neku.pro/kurse.html#NC','imPopUp', 1920, 1080);" class="imCssLink" onclick="return x5engine.utils.location('https://neku.pro/kurse.html#NC', null, false)">Neku-NeuroClass</a></i> können dadurch auf ein Gehirn treffen, das biologisch</span></div><div>besser bereit ist zu lernen und neue Verbindungen aufzubauen.</div><div> &nbsp;&nbsp;<span class="fs12lh1-5"> &nbsp;</span></div><div><b>3. Neue pharmazeutische Entwicklungen</b></div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div>Moderne Anti-Nogo-A-Antikörper werden so entwickelt, dass sie:</div><div><span class="fs12lh1-5">• &nbsp;spezifischer binden,</span></div><div><span class="fs12lh1-5">• &nbsp;länger im Liquor verbleiben,</span></div><div><span class="fs12lh1-5">• &nbsp;weniger Nebenwirkungen verursachen,</span></div><div><span class="fs12lh1-5">• &nbsp;und mit anderen Wirkprinzipien (z. B. S1PR-Modulatoren) kombinierbar sind.</span></div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div>Damit wird Anti-Nogo-A von einem reinen Forschungskonzept zu einem <i>realistischen klinischen Werkzeug</i>.</div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div><br></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><b>Was bedeutet das für die Neurorehabilitation?</b></span></div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div>Für Therapeutinnen und Therapeuten entsteht ein neues Zusammenspiel aus:</div><div><span class="fs12lh1-5"><i>• &nbsp;biologischer Plastizitätsförderung (z. B. Anti-Nogo-A),</i></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><i>• &nbsp;motorischem Lernen,</i></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><i>• &nbsp;zielgerichteter Fazilitation,</i></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><i>• &nbsp;funktioneller Aktivität im Alltag.</i></span></div><div><span class="fs12lh1-5"> </span></div><div>Anti-Nogo-A könnte in Zukunft genau das ermöglichen, was moderne Neurorehabilitation braucht:</div><div><i>ein Gehirn, das bereit ist zu lernen.</i></div><div> &nbsp;</div><div><span class="fs12lh1-5"> &nbsp;</span></div><div><span class="fs14lh1-5 cf2"><b>Fazit: Bremse lösen, Lernen ermöglichen</b></span></div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div>Nogo-A ist eine der stärksten biologischen Bremsen im zentralen Nervensystem. Anti-Nogo-A-Therapien</div><div>könnten diese Bremse gezielt lösen – und damit die Tür öffnen für eine neue Generation der</div><div>Neurorehabilitation, in der Biologie und Therapie Hand in Hand arbeiten.</div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div><b>Besonders spannend ist die Kombination aus:</b></div><div><span class="fs12lh1-5">• &nbsp;Anti-Nogo-A als pharmakologische Plastizitätsförderung</span></div><div>• &nbsp;<i class="fs12lh1-5"><span class="fs12lh1-5"><span class="fs12lh1-5"><a href="https://neku.pro/kurse.html#NC" onclick="return x5engine.utils.imPopUpWin('https://neku.pro/kurse.html#NC','imPopUp', 1920, 1080);" class="imCssLink" onclick="return x5engine.utils.location('https://neku.pro/kurse.html#NC', null, false)">Neku-NeuroClass</a></span></span></i><span class="fs12lh1-5"> und anderen neurorehabilitativen Konzepten als strukturierte, alltagsnahe Therapie</span><br></div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div><span class="fs12lh1-5"><b>So entsteht ein Ansatz, der sowohl die molekulare Ebene als auch die funktionelle Ebene des Menschen berücksichtigt.</b></span></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="imUl fs10lh1-5">Literaturliste</span></div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Chen, M. S., Huber, A. B., van der Haar, M. E., Frank, M., Schnell, L., Spillmann, A. A., … &amp; Schwab, M. E. (2000).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Nogo-A is a myelin-associated neurite outgrowth inhibitor and an antigen for monoclonal antibody IN-1. Nature, 403(6768), 434–439.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Der‑Querschnitt.de. (2021–2022).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">NISCI – Anti‑Nogo‑A Studie Update. Der‑Querschnitt.de.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Fournier, A. E., GrandPré, T., &amp; Strittmatter, S. M. (2001).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Identification of a receptor mediating Nogo‑66 inhibition of axonal regeneration. Nature, 409(6818), 341–346.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Freund, P., et al. (2006).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Anti‑Nogo‑A antibody treatment promotes recovery of manual dexterity after unilateral cervical lesion in adult primates. European Journal of Neuroscience, 24(10), 2805–2814.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">GrandPré, T., Nakamura, F., Vartanian, T., &amp; Strittmatter, S. M. (2000).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Identification of the Nogo inhibitor of axon regeneration as a Reticulon protein. Nature, 403(6768), 439–444.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">NISCI Consortium. (2024).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Anti‑Nogo‑A (NG‑101) improves motor recovery in incomplete cervical spinal cord injury: Phase II results. The Lancet Neurology.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Oertle, T., &amp; Schwab, M. E. (2003).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Nogo and its paRTNers. Trends in Cell Biology, 13(4), 187–194.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Petrinovic, M. M., et al. (2013).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Neuronal Nogo‑A negatively regulates dendritic morphology and synaptic transmission in the adult hippocampus. Neuron, 78(6), 1051–1066.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Powers, B. E., et al. (2023).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Anti‑Nogo‑A antibody therapy improves functional outcome following traumatic brain injury. Neurorehabilitation and Neural Repair.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Schwaiger, C., et al. (2023).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Dynamic induction of Nogo‑A in perilesional plasticity regions after human spinal cord injury. Brain Pathology.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Schwab, M. E. (2004).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Nogo and axon regeneration. Current Opinion in Neurobiology, 14(1), 118–124.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Schwab, M. E. (2010).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Functions of Nogo proteins and their receptors in the nervous system. Nature Reviews Neuroscience, 11(12), 799–811.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Tang, B. L. (2020).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Nogo‑A and the regulation of neurotransmitter receptors. Neural Regeneration Research.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Universitätsklinik Balgrist. (2022).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Studie zu Nogo‑A‑Antikörpertherapie auf gutem Weg. Balgrist Paraplegieblog.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Yiu, G., &amp; He, Z. (2006).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Glial inhibition of CNS axon regeneration. Nature Reviews Neuroscience, 7(8), 617–627.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div><div><ul><li><span class="fs10lh1-5">Zagrebelsky, M. (2020).</span></li></ul></div></div></div><blockquote><blockquote><blockquote><div><div><div><span class="fs10lh1-5">Nogo‑A: Molecular regulation of neuronal plasticity and learning. Springer.</span></div></div></div></blockquote></blockquote></blockquote><div><div> &nbsp;&nbsp;</div><div> </div><div><span class="fs9lh1-5">Hinweis: </span></div><div><span class="fs9lh1-5">Dieser Beitrag richtet sich an Fachpersonen in der Neurorehabilitation und fasst aktuelle Erkenntnisse zu Nogo-A und Anti-Nogo-A-Therapien zusammen. Er ersetzt keine individuelle Therapieplanung oder ärztliche Beratung.</span></div><div><br></div><div><br></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 17:14:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Dualtask-Training: Warum Bewegung und Denken gemeinsam stärker machen]]></title>
			<author><![CDATA[Jacques van der Meer]]></author>
			<category domain="https://neku.pro/blog/index.php?category=Therapie"><![CDATA[Therapie]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000011"><div> &nbsp;</div><div><span class="fs20lh1-5 cf1">Dualtask-Training: Warum Bewegung und Denken gemeinsam stärker machen. </span><span class="fs20lh1-5 cf1">Ein wissenschaftlich fundierter Überblick für Therapeut:innen, Trainer:innen und Interessierte</span></div> &nbsp;<div><br></div><div><br></div> &nbsp;<div><span class="fs18lh1-5"><b><span class="cf2">Einleitung</span></b></span></div> &nbsp;<div>Körperliche Aktivität und kognitive Leistungsfähigkeit werden heute nicht mehr getrennt betrachtet. Moderne Neurowissenschaften zeigen, dass Bewegung und Denken eng miteinander verflochten sind. Dualtask<span class="ff1">‑</span>Training – also das gleichzeitige Ausführen einer motorischen und einer kognitiven Aufgabe – nutzt genau diese Verbindung. Ob beim Gehen Rechenaufgaben lösen, beim Balancieren Farben benennen oder beim Krafttraining Gedächtnisaufgaben integrieren: Dualtask<span class="ff1">‑</span>Training fordert das Gehirn auf mehreren Ebenen gleichzeitig heraus. Die zentrale Frage lautet: Warum führt diese Kombination zu stärkeren Effekten als motorisches oder kognitives Training allein? Aktuelle Studien aus Neurowissenschaft, Gerontologie und Neurorehabilitation liefern darauf klare Antworten.</div> &nbsp;<div>Was ist Dualtask-Training?</div><div><br></div> &nbsp;<div>Dualtask<span class="ff1">‑</span>Training beschreibt die parallele Ausführung zweier Aufgaben, die unterschiedliche neuronale Systeme beanspruchen: motorische Aufgabe (z. B. Gehen, Balancieren, Kraftübung) und kognitive Aufgabe (z. B. Rechnen, Erinnern, Entscheiden, Reagieren). Diese Kombination zwingt das Gehirn, Ressourcen zu teilen, Prioritäten zu setzen und Informationen effizienter zu verarbeiten. Die Forschung zeigt, dass Dualtask<span class="ff1">‑</span>Situationen im Alltag allgegenwärtig sind: Gehen und gleichzeitig sprechen, Einkaufen und Entscheidungen treffen, Straßenverkehr und Aufmerksamkeit teilen. Dualtask<span class="ff1">‑</span>Training bildet also realistische Alltagssituationen ab und trainiert Fähigkeiten, die für Autonomie, Sicherheit und Lebensqualität entscheidend sind.</div><div><br></div><div><img class="image-0" src="https://neku.pro/images/www.neku.pro_Dual_Task_Abb_1.png"  width="559" height="370" /></div> &nbsp;<div><!--[if gte vml 1]><v:shapetype &nbsp;id="_x0000_t75" coordsize="21600,21600" o:spt="75" o:preferrelative="t" &nbsp;path="m@4@5l@4@11@9@11@9@5xe" filled="f" stroked="f"> &nbsp;<v:stroke joinstyle="miter"/> &nbsp;<v:formulas> &nbsp;&nbsp;<v:f eqn="if lineDrawn pixelLineWidth 0"/> &nbsp;&nbsp;<v:f eqn="sum @0 1 0"/> &nbsp;&nbsp;<v:f eqn="sum 0 0 @1"/> &nbsp;&nbsp;<v:f eqn="prod @2 1 2"/> &nbsp;&nbsp;<v:f eqn="prod @3 21600 pixelWidth"/> &nbsp;&nbsp;<v:f eqn="prod @3 21600 pixelHeight"/> &nbsp;&nbsp;<v:f eqn="sum @0 0 1"/> &nbsp;&nbsp;<v:f eqn="prod @6 1 2"/> &nbsp;&nbsp;<v:f eqn="prod @7 21600 pixelWidth"/> &nbsp;&nbsp;<v:f eqn="sum @8 21600 0"/> &nbsp;&nbsp;<v:f eqn="prod @7 21600 pixelHeight"/> &nbsp;&nbsp;<v:f eqn="sum @10 21600 0"/> &nbsp;</v:formulas> &nbsp;<v:path o:extrusionok="f" gradientshapeok="t" o:connecttype="rect"/> &nbsp;<o:lock v:ext="edit" aspectratio="t"/> </v:shapetype><v:shape id="Grafik_x0020_15" o:spid="_x0000_i1029" type="#_x0000_t75" &nbsp;style='width:431.25pt;height:285.4pt;visibility:visible;mso-wrap-style:square'> &nbsp;<v:imagedata src="file:///C:/Users/mcfor/AppData/Local/Temp/msohtmlclip1/01/clip_image001.png" &nbsp;&nbsp;o:title=""/> </v:shape><![endif]--><!--[if !vml]--><!--[endif]--></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">Abb. 1. Neuroplastische Mechanismen motorisch-kognitiven Trainings. Nach Herold et al. (2018). </span></div><div><span class="fs10lh1-5">Thinking while moving or moving while thinking – Concepts of motor-cognitive training for </span></div><div><span class="fs10lh1-5">cognitive performance enhancement.</span></div> &nbsp;<div> </div> &nbsp;<div><span class="fs18lh1-5 cf2"><b><br></b></span></div><div><span class="fs18lh1-5 cf2"><b>Warum ist die Kombination so effektiv?</b></span></div> &nbsp;<div>Die Wirksamkeit von Dualtask<span class="ff1">‑</span>Training beruht auf einem Synergieeffekt zwischen körperlicher Aktivität und kognitiver Stimulation.</div> &nbsp;<div><ol><li>Motorische Aktivität steigert die neurobiologische Lernbereitschaft: Bewegung führt zu erhöhter zerebraler Durchblutung, vermehrter Ausschüttung neurotropher Faktoren (v. a. BDNF), Aktivierung motorischer und präfrontaler Netzwerke und Verbesserung der synaptischen Plastizität.</li><li>Kognitive Aufgaben aktivieren exekutive Netzwerke: Sie stimulieren dorsolateralen präfrontalen Kortex, frontoparietale Kontrollnetzwerke, Arbeitsgedächtnis und inhibitorische Kontrolle.</li><li>Die Kombination erzeugt einen überadditiven Effekt: Wenn motorische und kognitive Reize gleichzeitig auftreten, müssen neuronale Netzwerke integriert arbeiten. Das führt zu effizienterer Vernetzung, höherer kortikaler Aktivierung, verbesserter Reizverarbeitung und gesteigerter funktioneller Konnektivität. Studien zeigen, dass dieser kombinierte Reiz stärkere Effekte erzeugt als motorisches oder kognitives Training allein (Bherer et al., 2024; [18]).</li></ol></div> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<div> </div><div><img class="image-1" src="https://neku.pro/images/www.neku.pro_Dual_Task_Abb_2.png"  width="597" height="441" /></div> &nbsp;<div><!--[if gte vml 1]><v:shape &nbsp;id="Grafik_x0020_14" o:spid="_x0000_i1028" type="#_x0000_t75" style='width:414pt; &nbsp;height:305.65pt;visibility:visible;mso-wrap-style:square'> &nbsp;<v:imagedata src="file:///C:/Users/mcfor/AppData/Local/Temp/msohtmlclip1/01/clip_image003.png" &nbsp;&nbsp;o:title=""/> </v:shape><![endif]--><!--[if !vml]--><!--[endif]--></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">Abb. 2. Vergleich der Effekte von motorischem, kognitivem und kombiniertem Training </span></div><div><span class="fs10lh1-5">auf kognitive Leistungsfähigkeit.</span></div><div><span class="fs10lh1-5"><br></span></div> &nbsp;<div><b class="fs18lh1-5 cf2">Was sagt die Forschung?</b></div> &nbsp;<div>Die Evidenzlage ist inzwischen breit und überzeugend: Bei älteren Erwachsenen verbessert Dualtask<span class="ff1">‑</span>Training Exekutivfunktionen, Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit, Gangstabilität und reduziert Sturzrisiko ([20]; [17]). In der Neurorehabilitation zeigen Meta<span class="ff1">‑</span>Analysen bei Schlaganfallpatient:innen bessere funktionelle Mobilität, verbesserte kognitive Leistungsfähigkeit und erhöhte kortikale Aktivierung ([13]; [9]). Bei Parkinson<span class="ff1">‑</span>Patient:innen führt es zu stabilerem Gangbild, weniger Freezing<span class="ff1">‑</span>Episoden und besserer dualtask<span class="ff1">‑</span>bezogener Gehgeschwindigkeit ([10]; [20]). Bildgebende Studien zeigen erhöhte Aktivierung im präfrontalen Kortex, verbesserte Konnektivität motorischer Netzwerke und Reduktion kompensatorischer Überaktivierung ([15]; [19]).</div><div><br></div><div><img class="image-2" src="https://neku.pro/images/www.neku.pro_Dual_Task_Abb_3.png"  width="544" height="351" /></div> &nbsp;<div><!--[if gte vml 1]><v:shape &nbsp;id="Grafik_x0020_13" o:spid="_x0000_i1027" type="#_x0000_t75" style='width:405.4pt; &nbsp;height:261pt;visibility:visible;mso-wrap-style:square'> &nbsp;<v:imagedata src="file:///C:/Users/mcfor/AppData/Local/Temp/msohtmlclip1/01/clip_image005.png" &nbsp;&nbsp;o:title=""/> </v:shape><![endif]--><!--[if !vml]--><!--[endif]--></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">Abb. 3. Überblick über wissenschaftliche Studien zu Dualtask-Training und </span></div><div><span class="fs10lh1-5">deren Effekte auf Kognition und Motorik.</span></div><div><span class="fs10lh1-5"><br></span></div> &nbsp;<div><span class="fs18lh1-5"><b><span class="cf2">Wie sieht das in der Praxis aus?</span></b></span></div> &nbsp;<div>Dualtask<span class="ff1">‑</span>Training ist flexibel einsetzbar und lässt sich an jedes Leistungsniveau anpassen. Beispiele: Gehen + Rechenaufgaben, Balancieren + Wortfindung, Krafttraining + Entscheidungsaufgaben, Schrittplattformen + Farbsignale, Alltagsaufgaben + Gedächtnisreize. Wichtig ist, dass beide Aufgaben gleichzeitig ausgeführt werden, keine Priorisierung erfolgt, Schwierigkeit progressiv gesteigert und Aufgaben an Alltagsrelevanz orientiert werden. [14] betonen, dass die Qualität der Dualtask<span class="ff1">‑</span>Ausführung entscheidend ist – nicht die absolute Schwierigkeit.</div><div><br></div><div><img class="image-3" src="https://neku.pro/images/www.neku.pro_Dual_Task_Abb_4.png"  width="514" height="354" /></div> &nbsp;<div><!--[if gte vml 1]><v:shape &nbsp;id="Grafik_x0020_12" o:spid="_x0000_i1026" type="#_x0000_t75" style='width:358.5pt; &nbsp;height:246.75pt;visibility:visible;mso-wrap-style:square'> &nbsp;<v:imagedata src="file:///C:/Users/mcfor/AppData/Local/Temp/msohtmlclip1/01/clip_image007.png" &nbsp;&nbsp;o:title=""/> </v:shape><![endif]--><!--[if !vml]--><!--[endif]--></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">Abb. 4. Dual-Task-Training in der Praxis: Therapeut stellt kognitive Aufgabe </span></div><div><span class="fs10lh1-5">während Patienten auf Schrittplattformen geht.</span></div><div><span class="fs10lh1-5"><br></span></div> &nbsp;<div><span class="fs18lh1-5"><b><span class="cf2">Warum die Kombination am besten wirkt</span></b></span></div> &nbsp;<div>Ein isoliertes Training (nur Kraft, nur Kognition, nur Koordination) aktiviert jeweils spezifische Systeme. Dualtask<span class="ff1">‑</span>Training hingegen verbindet Kraft (neuromuskuläre Leistungsfähigkeit), Koordination (sensomotorische Integration) und Kognition (exekutive Kontrolle). Diese drei Systeme interagieren im Alltag ständig. Dualtask<span class="ff1">‑</span>Training bildet diese Realität ab und erzeugt dadurch bessere Alltagsfunktion, höhere Sicherheit, geringeres Sturzrisiko, bessere kognitive Reserve und stärkere Neuroplastizität.</div><div><br></div><div><img class="image-4" src="https://neku.pro/images/www.neku.pro_Dual_Task_Abb_5_1.png"  width="527" height="367" /></div> &nbsp;<div><!--[if gte vml 1]><v:shape &nbsp;id="Grafik_x0020_10" o:spid="_x0000_i1025" type="#_x0000_t75" style='width:404.65pt; &nbsp;height:282pt;visibility:visible;mso-wrap-style:square'> &nbsp;<v:imagedata src="file:///C:/Users/mcfor/AppData/Local/Temp/msohtmlclip1/01/clip_image009.png" &nbsp;&nbsp;o:title=""/> </v:shape><![endif]--><!--[if !vml]--><!--[endif]--></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">Abb. 5. Synergetisches Modell: Zusammenspiel von Kraft, Koordination und </span></div><div><span class="fs10lh1-5">Kognition zur Förderung der Neuroplastizität.</span></div> &nbsp;<div> </div> &nbsp;<div><span class="fs18lh1-5"><b><span class="cf2">Fazit</span></b></span></div> &nbsp;<div>Dualtask<span class="ff1">‑</span>Training ist ein evidenzbasierter Ansatz, der Körper und Geist gleichzeitig stärkt. Die Forschung zeigt klar: Die Kombination motorischer und kognitiver Reize führt zu überlegenen Effekten – sowohl in der Prävention als auch in der Rehabilitation. Wer Körper und Geist gleichzeitig fordert, profitiert doppelt.</div> &nbsp;<div><br></div><div><br></div><br clear="all"><span class="fs11lh1-5 ff2"> </span> &nbsp;<div> </div> &nbsp;<div><span class="imUl fs11lh1-5">Literaturverzeichnis</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[1] Al<span class="ff1">‑</span>Yahya, E., Dawes, H., Smith, L., Dennis, A., Howells, K., &amp; Cockburn, J. (2023). Cognitive motor interference revisited: Implications for rehabilitation and aging. Frontiers in Aging Neuroscience, 15, 112–128.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[2] Bherer, L., Kramer, A. F., &amp; Peterson, M. S. (2024). Dual<span class="ff1">‑</span>task training across the lifespan: Mechanisms and applications. Neuroscience &amp; Biobehavioral Reviews, 158, 104–121.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[3] Boisgontier, M. P., Cheval, B., &amp; Wollesen, B. (2023). Motor<span class="ff1">‑</span>cognitive coupling and its disruption in neurological disorders. Brain Sciences, 13(2), 215.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[4] Chen, Y., Zhang, H., &amp; Li, W. (2024). Effects of combined cognitive<span class="ff1">‑</span>motor training on executive function in older adults: A randomized controlled trial. Clinical Rehabilitation, 38(1), 45–57.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[5] Fu, Y., Yan, Q., Wang, A., Zhang, H., &amp; Yao, L. (2025). Dual<span class="ff1">‑</span>target tDCS and dual<span class="ff1">‑</span>task training modulate neuroinflammation and neuroplasticity: Transcriptomic and behavioral evidence in stroke rehabilitation. Frontiers in Rehabilitation Science, 6, 1589588.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[6] Hamacher, D., Herold, F., Wiegel, P., &amp; Schega, L. (2023). Neural correlates of walking and thinking: A systematic update. Gait &amp; Posture, 104, 1–12.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[7] Herold, F., Hamacher, D., Schega, L., &amp; Müller, N. G. (2018). Thinking while moving or moving while thinking – Concepts of motor-cognitive training for cognitive performance enhancement. Frontiers in Aging Neuroscience, 10, 228.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[8] Herold, F., Müller, N. G., &amp; Hamacher, D. (2024). Motor<span class="ff1">‑</span>cognitive training in neurorehabilitation: Current evidence and future directions. Frontiers in Neurology, 15, 1456.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[9] Jiang, Y., &amp; Mou, C. (2025). Effect of dual task<span class="ff1">‑</span>based training on motor and cognitive function in stroke patients: A systematic review and meta<span class="ff1">‑</span>analysis. BMC Neurology, 25, 290.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[10] Kelly, V. E., Eusterbrock, A. J., &amp; Shumway<span class="ff1">‑</span>Cook, A. (2023). Dual<span class="ff1">‑</span>task walking in Parkinson’s disease: New insights from wearable sensors. Movement Disorders, 38(4), 712–724.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[11] Kim, S., &amp; Park, J. (2024). Cognitive<span class="ff1">‑</span>motor interference and rehabilitation outcomes in mild cognitive impairment: A randomized trial. Journal of Alzheimer’s Disease, 97(2), 455–468.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[12] Li, K. Z. H., &amp; Lindenberger, U. (2023). Aging and multitasking: Revisiting resource sharing models. Psychology and Aging, 38(2), 189–203.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[13] Liu, Y. C., Yang, Y. R., &amp; Chen, C. L. (2024). Dual<span class="ff1">‑</span>task gait training improves functional mobility and cognition in stroke survivors: A meta<span class="ff1">‑</span>analysis. Neurorehabilitation and Neural Repair, 38(3), 201–214.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[14] Plummer, P., &amp; Eskes, G. (2023). Measuring treatment effects on dual<span class="ff1">‑</span>task performance: Updated framework for clinical practice. Frontiers in Human Neuroscience, 17, 225.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[15] Qian, X., &amp; Zhang, L. (2024). Cognitive<span class="ff1">‑</span>motor dual<span class="ff1">‑</span>task training enhances prefrontal activation and gait stability in older adults. Experimental Gerontology, 182, 112–126.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[16] Silsupadol, P., Woollacott, M. H., &amp; Shumway<span class="ff1">‑</span>Cook, A. (2023). Dual<span class="ff1">‑</span>task balance training: Long<span class="ff1">‑</span>term effects on fall risk and cognitive control. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation, 104(5), 987–999.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[17] Smith, E., Cusack, T., &amp; Blake, C. (2023). Dual<span class="ff1">‑</span>task exercise programs for cognitive and physical function in older adults: A systematic review. Physiotherapy Theory and Practice, 39(8), 1123–1138.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[18] Voelcker<span class="ff1">‑</span>Rehage, C., &amp; Niemann, C. (2024). Brain plasticity through physical and cognitive activity: Integrative perspectives. Neuroscience &amp; Biobehavioral Reviews, 162, 229–245.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[19] Wang, L., &amp; Chen, J. (2025). Dual<span class="ff1">‑</span>task training and neuroplasticity markers in post<span class="ff1">‑</span>stroke rehabilitation: A longitudinal fMRI study. NeuroImage: Clinical, 41, 103–118.</span></div> &nbsp;<div><span class="fs10lh1-5">[20] Wollesen, B., &amp; Voelcker<span class="ff1">‑</span>Rehage, C. (2023). Dual<span class="ff1">‑</span>task performance and training effects in aging: A systematic update. European Review of Aging and Physical Activity, 20(1), 12–28.</span></div><div><span class="fs10lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs10lh1-5">Abbildungen sind KI-Generiert.</span></div> &nbsp;<div> </div></div>]]></description>
			<pubDate>Sun, 19 Apr 2026 18:37:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Fazilitation in das Bobath Konzept, historische Übersicht, Patient Bespielen, welchen Unterricht hattest du?]]></title>
			<author><![CDATA[Jacques van der Meer]]></author>
			<category domain="https://neku.pro/blog/index.php?category=Therapie"><![CDATA[Therapie]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000010"><div><b class="fs16lh1-5">1. Ursprünge: Berta Bobath, Karel Bobath und das „Handling“</b></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Zeitlicher Rahmen: 1940er–1950er Jahre</span></b></div><div data-text-align="start" style="text-align: start;"><ul type="disc"><li><b><span class="fs12lh1-5">London, 1940er:</span></b><span class="fs12lh1-5"> Berta Bobath (ursprünglich remedial gymnast, später Physiotherapeutin) beginnt, Kinder mit Zerebralparese und später auch Erwachsene nach Schlaganfall zu behandeln. Sie beobachtet, dass sich Tonus und Bewegungsmuster durch bestimmte Berührungen und Lagerungen verändern lassen. </span></li></ul><ul type="disc"><li><b><span class="fs12lh1-5">Kernbeobachtung:</span></b><span class="fs12lh1-5"> Spastik ist nicht „starr“, sondern veränderbar – und zwar durch gezieltes Handling, Positionierung und Bewegung.</span></li></ul><ul type="disc"><li><b><span class="fs12lh1-5">Karel Bobath:</span></b><span class="fs12lh1-5"> bringt die neurophysiologische Erklärungsebene ein (damals Reflex‑ und Hierarchiemodelle des ZNS). Er versucht, die klinischen Effekte von Bertas Handling mit der damaligen Neurophysiologie zu verknüpfen. </span></li></ul></div> &nbsp;<div><span class="fs12lh1-5">In dieser frühen Phase spricht man noch nicht explizit von „Fazilitation“ im heutigen Sinn, sondern eher von:</span></div> <ul type="disc"><li><b><span class="fs12lh1-5">Hemmung (Inhibition)</span></b><span class="fs12lh1-5"> pathologischer Reflexaktivität und Tonusmuster</span></li><li><b><span class="fs12lh1-5">Anbahnung (Fazilitation)</span></b><span class="fs12lh1-5"> von „normalen“ Haltungs‑ und Bewegungsreaktionen</span></li> </ul><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Beides wird aber von Anfang an als </span><b><span class="fs12lh1-5">therapeutisches Handling</span></b><span class="fs12lh1-5"> vermittelt.</span></div> &nbsp;<div><br><div><b class="fs16lh1-5">2. Klassisches Bobath: Reflexhemmung und Anbahnung normaler Reaktionen</b><br></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Zeitlicher Rahmen: 1950er–1970er Jahre</span></b></div><div><span class="fs12lh1-5">In den ersten Jahrzehnten wird das Bobath-Konzept stark über Begriffe wie:</span></div><ul type="disc"><li><b><span class="fs12lh1-5">„Normalisierung des Tonus“</span></b></li><li><b><span class="fs12lh1-5">„Hemmung abnormer Reflexe“</span></b></li><li><b><span class="fs12lh1-5">„Anbahnung normaler Haltungs‑ und Gleichgewichtsreaktionen“</span></b></li> </ul><div><span class="fs12lh1-5">beschrieben. </span></div> &nbsp;<div><b><span class="fs14lh1-5">2.1 Neurophysiologischer Hintergrund damals</span></b></div><div><b><span class="fs14lh1-5"><br></span></b></div><ul type="disc"><li><b><span class="fs12lh1-5">Reflexhierarchien:</span></b><span class="fs12lh1-5"> Das ZNS wird als hierarchisch organisiert verstanden (Hirnstamm, subkortikale Zentren, Cortex).</span></li><li><b><span class="fs12lh1-5">Abnorme Reflexaktivität:</span></b><span class="fs12lh1-5"> Spastik und pathologische Synergien werden als „Freisetzung“ primitiver Reflexe interpretiert.</span></li><li><b><span class="fs12lh1-5">Fazilitation in diesem Kontext:</span></b></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Anbahnung „normaler“ Reaktionen (Righting, Equilibrium, Schutzreaktionen)</span></li><li><span class="fs12lh1-5">über bestimmte Ausgangsstellungen, Schlüsselpositionen und gezielte Berührungen/Griffe.</span></li> &nbsp;</ul> </ul><div><span class="fs12lh1-5">Fazilitation ist hier also vor allem: </span><b><span class="fs12lh1-5">gezielte sensorische Stimulation und Positionierung</span></b><span class="fs12lh1-5">, um „richtige“ Reflex‑ und Reaktionsmuster zu aktivieren.</span></div> &nbsp;<div><br><div><b><span class="fs18lh1-5">3. Übergang: Von Reflexen zu Posturaler Kontrolle und Bewegungskontrolle</span></b></div><div><b><span class="fs12lh1-5"><br></span></b></div><div><b><span class="fs12lh1-5">Zeitlicher Rahmen: 1970er–1990er Jahre</span></b></div><div><span class="fs12lh1-5">Mit der Weiterentwicklung der Motorik‑ und Neurophysiologie (Motor Control, Systems Theory, dynamische Systeme) beginnt sich auch das Bobath-Konzept zu verändern.</span></div> &nbsp;<div><b><span class="fs14lh1-5">3.1 Verschiebung des Fokus</span></b></div><div><span class="fs12lh1-5"> </span><br></div><ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Weg von einem rein reflexorientierten Modell hin zu:</span></li><ul type="circle"><li><b><span class="fs12lh1-5">Posturaler Kontrolle</span></b></li><li><b><span class="fs12lh1-5">Selektiver Bewegungskontrolle</span></b></li><li><b><span class="fs12lh1-5">Aufgabenorientierung</span></b><span class="fs12lh1-5"> (Task‑orientiert) </span></li> &nbsp;</ul></ul><div><span class="fs12lh1-5">Fazilitation wird nun weniger als „Reflexanbahnung“ verstanden, sondern als:</span></div><ul type="disc"><li><b><span class="fs12lh1-5">Unterstützung der Organisation von Haltung und Bewegung</span></b><span class="fs12lh1-5"> in funktionellen Aufgaben</span></li><li><b><span class="fs12lh1-5">Gezielte Bereitstellung sensorischer Informationen</span></b><span class="fs12lh1-5"> (taktil, propriozeptiv, visuell), um motorische Lösungen zu ermöglichen</span></li> </ul> &nbsp;<div><b><span class="fs14lh1-5">3.2 Therapeutisches Handling als Kern der Fazilitation</span></b></div> &nbsp;<div><span class="fs12lh1-5">In dieser Phase wird klarer formuliert:</span></div><ul type="disc"><li><b><span class="fs12lh1-5">Handling = zentrales Werkzeug der Fazilitation</span></b></li><li><span class="fs12lh1-5">Der/die Therapeut:in „führt“ nicht nur, sondern </span><b><span class="fs12lh1-5">moduliert Tonus, richtet das System aus, gibt Orientierung im Raum und dosiert Unterstützung</span></b><span class="fs12lh1-5">, damit der Patient selbst aktiv werden kann. </span></li> </ul><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Gleichzeitig beginnt man, den Begriff </span><b><span class="fs12lh1-5">„Qualität der Bewegung“</span></b><span class="fs12lh1-5"> stark zu betonen – im Unterschied zu rein quantitativen Funktionszielen. </span></div> &nbsp;<div><br><div><b class="fs16lh1-5">4. Moderne Bobath-Interpretation: Fazilitation als motorisch‑lernorientiertes, problemlösendes Vorgehen</b></div><div><b><span class="fs12lh1-5"><br></span></b></div><div><b><span class="fs12lh1-5">Zeitlicher Rahmen: ca. 1990er Jahre bis heute</span></b></div><div><span class="fs12lh1-5">Mit der Gründung und Weiterentwicklung der </span><b><span class="fs12lh1-5">International Bobath Instructors Training Association (IBITA)</span></b><span class="fs12lh1-5"> (ursprünglich 1983, Umbenennung 1996) wird das Konzept systematisch weiterentwickelt und international abgestimmt. </span></div><div><b><span class="fs14lh1-5"><br></span></b></div><div><b><span class="fs14lh1-5">4.1 Theoretische Fundierung heute</span></b></div> &nbsp;<div><span class="fs12lh1-5">Moderne Bobath-Literatur und IBITA-Beschreibungen verankern Fazilitation in:</span></div><ul type="disc"><li><b><span class="fs12lh1-5">Motor Control / Motor Learning</span></b></li><li><b><span class="fs12lh1-5">Systems Theory</span></b></li><li><b><span class="fs12lh1-5">ICF‑Modell</span></b><span class="fs12lh1-5"> (Körperfunktionen, Aktivitäten, Partizipation) </span></li> </ul> <div><span class="fs12lh1-5">Fazilitation umfasst heute:</span></div><ul type="disc"><li><b><span class="fs12lh1-5">Therapeutisches Handling:</span></b></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">gezielte manuelle Kontaktpunkte</span> </li><li><span class="fs12lh1-5">Dosierung von Unterstützung (Assist, Resist, Release)</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Arbeit an Alignment, Stabilität, Mobilität</span></li></ul><li><b><span class="fs12lh1-5">Verbale und nonverbale Cues:</span></b></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">verbale Instruktion, Fokuslenkung (internal vs. external focus)</span></li></ul><li><b><span class="fs12lh1-5">Umgebungsanpassung:</span></b></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Hilfsmittel, Setting, Aufgabenanforderungen so gestalten, dass eine gewünschte Bewegungsstrategie wahrscheinlicher wird</span></li> &nbsp;</ul> </ul><div><span class="fs12lh1-5">Fazilitation ist damit </span><b><span class="fs12lh1-5">nicht mehr nur „Grifftechnik“</span></b><span class="fs12lh1-5">, sondern ein </span><b><span class="fs12lh1-5">komplexes, kontextsensitives Interaktionskonzept</span></b><span class="fs12lh1-5">.</span></div> &nbsp;<div><b><span class="fs14lh1-5">4.2 Von „Hemmung vs. Fazilitation“ zu „Optimierung von Bewegungslösungen“</span></b></div> &nbsp;<div><span class="fs12lh1-5">Früher: klare Trennung zwischen </span><b><span class="fs12lh1-5">Inhibition</span></b><span class="fs12lh1-5"> (Hemmung pathologischer Muster) und </span><b><span class="fs12lh1-5">Fazilitation</span></b><span class="fs12lh1-5"> (Anbahnung normaler Muster).</span></div> &nbsp;<div><span class="fs12lh1-5">Heute:</span></div><ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Pathologische Muster werden eher als </span><b><span class="fs12lh1-5">suboptimale, aber verständliche Lösungsstrategien</span></b><span class="fs12lh1-5"> eines geschädigten Systems gesehen.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation bedeutet:</span></li><ul type="circle"><li><b><span class="fs12lh1-5">Rahmenbedingungen so gestalten</span></b><span class="fs12lh1-5">, dass effizientere, variablere, selektivere Bewegungsstrategien möglich werden.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Tonusmodulation ist Teil davon, aber nicht mehr das alleinige Ziel. </span></li> &nbsp;</ul> </ul> <div><b class="fs16lh1-5">5. Aktuelle Praxis: Wie zeigt sich Fazilitation heute konkret?</b></div> <div><b><span class="fs14lh1-5">5.1 Charakteristika moderner Fazilitation im Bobath-Konzept</span></b></div><div><span class="fs12lh1-5"> </span><br></div><ul type="disc"><li><b><span class="fs12lh1-5">Individuell und hypothesengeleitet:</span></b></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Klinische Hypothesen zu Limitierungen (z.B. fehlende Antizipation, mangelnde Gewichtsübernahme, &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;eingeschränkte Selektivität)</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation zielt genau auf diese Hypothesen.</span></li></ul><li><b><span class="fs12lh1-5">Aktivitäts‑ und Partizipationsbezug:</span></b></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation findet in funktionellen Aufgaben statt (z.B. Sit‑to‑Stand, Greifen, Gehen), nicht isoliert als „Übung“.</span></li></ul><li><b><span class="fs12lh1-5">Sensorisch reichhaltig, aber dosiert:</span></b></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Handling ist so wenig wie möglich, so viel wie nötig.</span></li></ul><li><b><span class="fs12lh1-5">Motorisches Lernen:</span></b></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Wiederholung mit Variation</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fehlererfahrungen zulassen</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Patient:innen in Problemlösung einbinden (Selbstwahrnehmung, Selbstkorrektur).</span></li> &nbsp;</ul> </ul> <div><b><span class="fs14lh1-5">5.2 Abgrenzung zu rein „passivem“ Handling</span></b></div> <div><span class="fs12lh1-5">Ein moderner Bobath-Ansatz betont:</span></div><ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation ist </span><b><span class="fs12lh1-5">immer gekoppelt an aktive Mitarbeit</span></b><span class="fs12lh1-5"> des Patienten.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Reines „Bewegt werden“ ohne aktive Beteiligung gilt nicht als zeitgemäße Fazilitation im Sinne des Konzepts. </span></li> </ul> &nbsp;<div><b><span class="fs18lh1-5"><br></span></b></div><div><b class="fs16lh1-5">6. Zusammenfassung: Woher kommt die Fazilitation im Bobath-Konzept – und was ist sie heute?</b></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Historische Linie in Kurzform:</span></b></div> &nbsp;<ol start="1" type="1"><li><b><span class="fs12lh1-5">1940er–1950er:</span></b></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Berta Bobath entdeckt durch Handling, dass Tonus und Bewegung veränderbar sind.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Erste Form von Fazilitation: intuitive, erfahrungsbasierte Anbahnung „besserer“ Bewegungen.</span></li></ul> &nbsp;<li><b><span class="fs12lh1-5">1950er–1970er (klassisches Bobath):</span></b></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Reflex‑ und Tonusmodelle dominieren.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation = Anbahnung normaler Reflex‑ und Haltungsreaktionen, eng gekoppelt an Inhibition pathologischer Muster.</span></li> &nbsp;</ul><li><b><span class="fs12lh1-5">1970er–1990er (Übergang):</span></b></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Motor Control, Systems Theory, Posturale Kontrolle rücken in den Vordergrund.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation = Unterstützung der Organisation von Haltung und selektiver Bewegung in funktionellen Kontexten.</span></li> &nbsp;</ul><li><b><span class="fs12lh1-5">1990er bis heute (modernes Bobath / IBITA):</span></b></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation = </span><b><span class="fs12lh1-5">motorisch‑lernorientiertes, problemlösendes Interaktionskonzept</span></b><span class="fs12lh1-5">, das Handling, verbale Cues und &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Umgebungsanpassung integriert.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Ziel ist nicht nur „Normalisierung“, sondern </span><b><span class="fs12lh1-5">Optimierung von Aktivität und Partizipation</span></b><span class="fs12lh1-5"> bei bestmöglicher Bewegungsqualität.</span></li> &nbsp;</ul> </ol> &nbsp;<div><br></div><div><span class="fs16lh1-5 cf1"><b>Patient Beispiele der Fazilitation durch den Historie</b></span></div><div><br></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">wie sich Fazilitation im Bobath‑Konzept historisch komplett verändert hat</span></b><span class="fs12lh1-5">, Beispiele:</span></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div> &nbsp;<ol start="1" type="1"> &nbsp;<li><b><span class="fs12lh1-5"><span class="cf2">Sit‑to‑Stand nach Schlaganfall (Erwachsene)</span></span></b></li> &nbsp;<li><b><span class="fs12lh1-5"><span class="cf3">Aufrichtung/Stand bei einem Kind mit CP</span></span></b></li> </ol> &nbsp;<div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Jeweils in </span><b><span class="fs12lh1-5">vier Epochen</span></b><span class="fs12lh1-5">:</span></div> &nbsp;<ul type="disc"> &nbsp;<li><b><span class="fs12lh1-5">(A) Frühphase Bobath &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(1940er–1950er)</span></b></li> &nbsp;<li><b><span class="fs12lh1-5">(B) Klassisches Bobath &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(1960er–1980er)</span></b></li> &nbsp;<li><b><span class="fs12lh1-5">(C) Übergangsphase Motor‑Control‑Einfluss &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(1980er–1990er)</span></b></li> &nbsp;<li><b><span class="fs12lh1-5">(D) Modernes Bobath / IBITA &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(2000er–heute)</span></b></li> </ul> &nbsp;<div><b><span class="fs24lh1-5"><br></span></b></div><div><b><span class="fs18lh1-5 cf2">1. Beispiel: Sit‑to‑Stand nach Schlaganfall</span></b></div> &nbsp;<div><b class="fs14lh1-5">(A) Frühphase Bobath – Handling als Tonusmodulation</b></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Zielverständnis damals:</span></b><span class="fs12lh1-5"> Spastik hemmen, „normale“ Reaktionen anbahnen.</span></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Therapeutisches Vorgehen:</span></b></div><div><b><span class="fs12lh1-5"><br></span></b></div><ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Therapeut:in steht sehr nah am Patienten, oft seitlich.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Starker Fokus auf </span><b><span class="fs12lh1-5">Inhibition</span></b></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Hemmung der Flexorsynergie im Arm</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Hemmung der Extensorsynergie im Bein</span></li></ul><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation = </span><b><span class="fs12lh1-5">gezielte Berührungen</span></b><span class="fs12lh1-5">, um Tonus zu reduzieren und „richtige“ Reaktionen zu ermöglichen.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Der Patient wird </span><b><span class="fs12lh1-5">stark geführt</span></b><span class="fs12lh1-5">, wenig Eigenaktivität.</span></li> </ul> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Beispielhafte Durchführung:</span></b></div> &nbsp;<ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Hände am Becken und Brustkorb, um „richtige“ Aufrichtung zu provozieren.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Therapeut:in „hebt“ den Patienten fast mit an.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Bewegungsqualität wichtiger als Funktion — wenn der Patient „schummelt“, wird abgebrochen.</span></li> </ul> &nbsp;<div><br></div><div><div><b class="fs14lh1-5">(B) Klassisches Bobath – Schlüsselzonen &amp; Reflexanbahnung</b></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Zielverständnis:</span></b><span class="fs12lh1-5"> Normalisierung des Tonus, Aktivierung „normaler“ Haltungs‑ und Gleichgewichtsreaktionen.</span></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Therapeutisches Vorgehen:</span></b></div><div><b><span class="fs12lh1-5"><br></span></b></div><ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Nutzung von </span><b><span class="fs12lh1-5">Key Points of Control</span></b><span class="fs12lh1-5"> (z.</span><span class="fs12lh1-5 ff1"> </span><span class="fs12lh1-5">B. Becken, Schultergürtel).</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation = </span><b><span class="fs12lh1-5">gezielte Führung</span></b><span class="fs12lh1-5">, um &nbsp;„normale“ Bewegungsmuster zu erzeugen.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Der Patient wird in eine </span><b><span class="fs12lh1-5">ideale Ausgangsstellung</span></b><span class="fs12lh1-5"> gebracht.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Der Stand wird oft </span><b><span class="fs12lh1-5">vorbereitet</span></b><span class="fs12lh1-5"> durch:</span></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Gewichtsverlagerungen</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Gleichgewichtsreaktionen</span></li><li><span class="fs12lh1-5">„Righting Reactions“</span></li> &nbsp;</ul></ul><div><b><span class="fs12lh1-5">Beispielhafte Durchführung:</span></b></div><div><b><span class="fs12lh1-5"><br></span></b></div><ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Therapeut:in kontrolliert das Becken, richtet es in „Neutral“ aus.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Hände an den lateralen Rippen, um die Rumpfextension zu „fazilitieren“.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Der Patient wird durch die Bewegung geführt, oft mit klarer Vorstellung eines „richtigen“ Bewegungsmusters.</span></li> </ul> &nbsp;</div><div><br><div><b class="fs14lh1-5">(C) Übergangsphase – Motor Control &amp; Task‑Oriented Thinking</b></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Zielverständnis:</span></b><span class="fs12lh1-5"> Bewegung ist ein Ergebnis vieler Systeme (Sensorik, Motorik, Umwelt). Fazilitation = Unterstützung der Organisation, nicht „Korrektur“.</span></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Therapeutisches Vorgehen:</span></b></div><br><ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Fokus auf </span><b><span class="fs12lh1-5">Aufgabe</span></b><span class="fs12lh1-5">: Sit‑to‑Stand als funktionelle Aktivität.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Therapeut:in reduziert Führung, erhöht </span><b><span class="fs12lh1-5">aktive Mitarbeit</span></b><span class="fs12lh1-5">.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation =</span></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Orientierung im Raum</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Timing</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Gewichtsübernahme</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Sequenzierung</span></li> &nbsp;</ul></ul><div><b><span class="fs12lh1-5">Beispielhafte Durchführung:</span></b></div> &nbsp;<ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Hände am Becken, um </span><b><span class="fs12lh1-5">Gewichtsverlagerung nach vorne</span></b><span class="fs12lh1-5"> zu unterstützen.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Leichte taktile Hinweise an den Füßen: „Druck nach unten“.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Patient führt die Bewegung selbst aus, Therapeut:in gibt nur </span><b><span class="fs12lh1-5">dosierte Unterstützung</span></b><span class="fs12lh1-5">.</span></li> </ul> &nbsp;</div><div><br><div><b class="fs14lh1-5">(D) Modernes Bobath – Fazilitation als motorisches Lernen</b></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Zielverständnis heute:</span></b><span class="fs12lh1-5"> Der Patient lernt eine </span><b><span class="fs12lh1-5">funktionelle, effiziente, variable</span></b><span class="fs12lh1-5"> Bewegungslösung. </span></div><div><span class="fs12lh1-5">Fazilitation = </span><b><span class="fs12lh1-5">Interaktion</span></b><span class="fs12lh1-5">, nicht „Führen“.</span></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Therapeutisches Vorgehen:</span></b></div> &nbsp;<ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Hypothesengeleitet:</span></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Was limitiert Sit‑to‑Stand?</span></li><ul type="square"><li><span class="fs12lh1-5">fehlende Antizipation?</span></li><li><span class="fs12lh1-5">mangelnde Gewichtsübernahme?</span></li><li><span class="fs12lh1-5">reduzierte Rumpfkontrolle?</span></li></ul></ul><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation kombiniert:</span></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Handling</span></li><li><span class="fs12lh1-5">verbale Cues</span></li><li><span class="fs12lh1-5">visuelle Orientierung</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Umgebungsanpassung</span></li></ul><li><span class="fs12lh1-5">Unterstützung wird </span><b><span class="fs12lh1-5">so wenig wie möglich, so viel wie nötig</span></b><span class="fs12lh1-5"> dosiert.</span></li> </ul> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Beispielhafte Durchführung:</span></b></div><ul type="disc"> &nbsp;<li><span class="fs12lh1-5">Stuhl leicht erhöht → erleichtert die Aufgabe.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Therapeut:in gibt </span><b><span class="fs12lh1-5">minimalen Kontakt</span></b><span class="fs12lh1-5"> am Becken, um die Vorwärtsbewegung zu erleichtern.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Externer Fokus: „Bring deine Nase über deine Zehen“.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Variation: unterschiedliche Stuhlhöhen, &nbsp;Armpositionen, Geschwindigkeiten.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fehler sind erlaubt — Teil des Lernprozesses.</span></li> </ul><div><br></div><br><div><b class="fs18lh1-5 cf3">2. Beispiel: Aufrichtung/Stand bei einem Kind mit CP</b></div> &nbsp;<div><b class="fs14lh1-5">(A) Frühphase Bobath – Tonushemmung &amp; Reflexintegration</b></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Zielverständnis:</span></b><span class="fs12lh1-5"> Spastik hemmen, primitive Reflexe „überlagern“.</span></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Therapeutisches Vorgehen:</span></b></div><div><b><span class="fs12lh1-5"><br></span></b></div><ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Viel </span><b><span class="fs12lh1-5">Handling</span></b><span class="fs12lh1-5">, wenig Selbstständigkeit.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation = Hemmung + Anbahnung „normaler“ &nbsp;Reaktionen.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Kind wird in Positionen gebracht, die Reflexe reduzieren sollen.</span></li> </ul> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Beispiel:</span></b></div> &nbsp;<ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Therapeut:in hält das Becken fest, richtet den Rumpf aus.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Füße werden so positioniert, dass der Tonus sinkt.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Kind wird „in den Stand“ geführt.</span></li> </ul> &nbsp;<div><b class="fs14lh1-5">(B) Klassisches Bobath – Schlüsselzonen &amp; Reaktionsanbahnung</b></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Zielverständnis:</span></b><span class="fs12lh1-5"> „Normale“ Haltungs‑ und Gleichgewichtsreaktionen aktivieren.</span></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Therapeutisches Vorgehen:</span></b></div> &nbsp;<ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Nutzung von Key Points of Control.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation = gezielte Führung, um „richtige“ Reaktionen zu provozieren.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Stand wird vorbereitet durch:</span></li><ul type="circle"><li><span class="fs12lh1-5">Righting</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Equilibrium</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Protective Reactions</span></li> &nbsp;</ul></ul><div><b><span class="fs12lh1-5">Beispiel:</span></b></div> &nbsp;<ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Therapeut:in hält das Becken und den Schultergürtel.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Leichte Gewichtsverlagerungen, um Gleichgewichtsreaktionen zu „fazilitieren“.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Kind wird stark geführt, wenig Variation.</span></li> </ul> &nbsp;</div><div><br><div><b class="fs14lh1-5">(C) Übergangsphase – Funktionelle Orientierung</b></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Zielverständnis:</span></b><span class="fs12lh1-5"> Stand ist eine Aufgabe, die durch viele Systeme beeinflusst wird.</span></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Therapeutisches Vorgehen:</span></b></div> &nbsp;<span class="fs12lh1-5"> </span><ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Weniger Führung, mehr aktive Mitarbeit.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation = Unterstützung der Organisation von Haltung und Bewegung.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fokus auf funktionelle Ziele (z.</span><span class="fs12lh1-5 ff1"> </span><span class="fs12lh1-5">B. Spielzeug erreichen).</span></li> </ul> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Beispiel:</span></b></div> &nbsp;<ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Therapeut:in gibt nur noch Kontakt am Becken.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Kind wird motiviert, sich selbst aufzurichten (z.</span><span class="fs12lh1-5 ff1"> </span><span class="fs12lh1-5">B. Spielzeug höher halten).</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Variation der Untergründe.</span></li> </ul> &nbsp;<div><b class="fs14lh1-5">(D) Modernes Bobath – Motorisches Lernen &amp; Partizipation</b></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Zielverständnis:</span></b><span class="fs12lh1-5"> Das Kind lernt </span><b><span class="fs12lh1-5">variabel</span></b><span class="fs12lh1-5">, </span><b><span class="fs12lh1-5">selbstständig</span></b><span class="fs12lh1-5">, </span><b><span class="fs12lh1-5">aufgabenorientiert</span></b><span class="fs12lh1-5">.</span></div> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Therapeutisches Vorgehen:</span></b></div> &nbsp;<span class="fs12lh1-5"> </span><ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Fazilitation = Kombination aus Handling, Motivation, Umweltgestaltung.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Ziel: </span><b><span class="fs12lh1-5">selbstständige Problemlösung</span></b><span class="fs12lh1-5">.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Variation, spielerische Aufgaben, externe Fokussierung.</span></li> </ul> &nbsp;<div><b><span class="fs12lh1-5">Beispiel:</span></b></div> &nbsp;<ul type="disc"><li><span class="fs12lh1-5">Therapeut:in gibt nur minimalen Kontakt am Becken oder Oberschenkel.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Kind richtet sich auf, um ein Spielzeug zu erreichen.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Unterschiedliche Höhen, Untergründe, Spielziele.</span></li><li><span class="fs12lh1-5">Fehler sind erlaubt und Teil des Lernens.</span></li> </ul> &nbsp;<div><span class="fs12lh1-5">_________________________ </span></div> &nbsp;<div><b class="fs10lh1-5">Literaturliste:</b></div><span class="fs10lh1-5"> &nbsp;</span><div><span class="fs10lh1-5">Bassoe, B. E. G. (2002). <em>Form und Funktion: Neurologie, Bobath‑Konzept, Physiotherapie.</em> Stuttgart: Thieme.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Biewald, F. (Hrsg.). (2004). <em>Das Bobath‑Konzept: Wurzeln, Entwicklungen, neue Aspekte.</em> München/Jena: Urban &amp; Fischer.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Bobath, B. (1968). <em>Abnorme Haltungsreflexe bei Gehirnschäden.</em> Stuttgart: Georg Thieme Verlag.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Bobath, B. (1973). <em>Die Hemiplegie Erwachsener: Befundaufnahme, Beurteilung und Behandlung.</em> Stuttgart: Georg Thieme Verlag.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Bobath, B., &amp; Bobath, K. (1975). <em>Motor Development in the Different Types of Cerebral Palsy.</em> London: William Heinemann Medical Books Ltd.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Bobath, B., &amp; Bobath, K. (1977). <em>Die motorische Entwicklung bei Zerebralparesen.</em> Stuttgart: Georg Thieme Verlag.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Cornelius, K., &amp; Ritter, G. (2010). <em>Leben und Arbeiten mit dem Bobath‑Konzept in Deutschland von</em><em> </em><em>1960</em><em> </em><em>bis</em><em> </em><em>2008: Lehrtherapeutinnen und Kursärzte berichten.</em> Gemeinsame Konferenz der deutschen Bobath‑Kurse e.V.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Dammshäuser, B. (2005). <em>Bobath‑Konzept in der Pflege: Grundlagen, Problemerkennung und Praxis.</em> München: Urban &amp; Fischer.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Friedhoff, M., &amp; Schieberle, D. (2007). <em>Praxis des Bobath‑Konzepts: Grundlagen, Handlings, Fallbeispiele.</em> Stuttgart: Thieme.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Holtz, R. (1997). <em>Therapie und Alltagshilfen für zerebralparetische Kinder.</em> München: Richard Pflaum Verlag.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Köng, E. (1984). Änderung der Situation der cerebralen Bewegungsstörungen, beeinflusst durch Prävention und Frühtherapie. In R. Michaelis (Hrsg.), <em>Entwicklungsneurologie</em> (pp. 145–158). Stuttgart: Kohlhammer.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Bundesverband e.V. (2004). <em>„Das</em><em> </em><em>Gras</em><em> </em><em>wächst</em><em> </em><em>nicht</em><em> </em><em>schneller,</em><em> </em><em>wenn</em><em> </em><em>man</em><em> </em><em>daran</em><em> </em><em>zieht“: Therapiemethoden und Förderansätze für Menschen mit Behinderungen.</em> Marburg: Lebenshilfe‑Verlag. → Beitrag: Wagner‑Stolp, W. „Bobath“, S. 66–68.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Paeth‑Rohlfs, B. (1999). <em>Erfahrungen mit dem Bobath‑Konzept.</em> Stuttgart: Thieme.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Ritter, G. (1999). <em>Die zwischenmenschliche Beziehung in der Bewegungsbehandlung: Zur krankengymnastischen Arbeit mit dem Säugling.</em> Düsseldorf: Verlag Selbstbestimmtes Leben.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Ritter, G., &amp; Welling, A. (2008). <em>Die</em><em> </em><em>10</em><em> </em><em>Prinzipien</em><em> </em><em>des</em><em> </em><em>Bobath‑Konzepts</em><em> </em><em>in</em><em> </em><em>der</em><em> </em><em>Kinder‑Therapie.</em> Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">Söller, A. (2004). <em>Zeig,</em><em> </em><em>was</em><em> </em><em>Du</em><em> </em><em>kannst: Die Behandlung von Säuglingen und Kindern nach dem Bobath‑Konzept.</em> München: Urban &amp; Fischer.</span></div><span class="fs10lh1-5"> &nbsp;</span><span class="fs10lh1-5"> </span><div> </div><span class="fs10lh1-5">International Bobath Instructors Training Association (IBITA). (2024). Curriculum and Teaching Guidelines. Thieme Verlag. (2023). </span><div><span class="fs10lh1-5">Bobath Konzept in der Praxis (aktualisierte Kapitel zu motorischem Lernen und Facilitation). Artikel in Neurorehabilitation &amp; Neural  Repair und Physiotherapy Theory and Practice (2018–2025): Themen Task Oriented Facilitation und Motor Learning in Neurorehabilitation.</span></div><div><span class="fs10lh1-5"> </span></div><div><span class="fs10lh1-5"><em>Bobath‑Konzept in der Praxis</em> (aktualisierte Kapitel zu motorischem Lernen und Facilitation). Artikel in <em>Neurorehabilitation</em><em> </em><em>&amp;</em><em> </em><em>Neural</em><em> </em><em>Repair</em> und <em>Physiotherapy</em><em> </em><em>Theory</em><em> </em><em>and</em><em> </em><em>Practice</em> (2018–2025): Themen <em>Task‑Oriented Facilitation</em> und <em>Motor Learning in Neurorehabilitation.</em></span></div></div></div></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 08 Apr 2026 16:08:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Lateropulsion/Pusher nach Schlaganfall – Eine neue klinische Roadmap]]></title>
			<author><![CDATA[Andreas Schedl]]></author>
			<category domain="https://neku.pro/blog/index.php?category=Therapie"><![CDATA[Therapie]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000000F"><div><b class="fs14lh1-5">Lateropulsion nach Schlaganfall – Eine neue klinische Roadmap</b></div><div><div><span class="fs12lh1-5">(auch „contraversive pushing“ „Pusher Syndrom“ oder „P-Symptomatik“)</span></div></div><div><b class="fs14lh1-5"><br></b></div><div><span class="fs10lh1-5">„Babyar S, Sheehan N, Nolan J, Edwards TGS, Bergmann J, Meyer A, O'Dell MW. A clinical roadmap for lateropulsion after stroke based on a realist review strategy.“</span><b class="fs14lh1-5"><br></b></div><div><span class="fs10lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Lateropulsion (auch „contraversive pushing“ „Pusher Syndrom“ oder „P-Symptomatik“) beschreibt ein typisches Verhalten nach Schlaganfall: </span><div><span class="fs12lh1-5">Patientinnen und Patienten drücken aktiv zur paretischen Seite und widersetzen sich der Korrektur zur Mittellinie. Eine objektiv aufrechte Position fühlt sich für sie falsch an.</span></div><div><span class="fs10lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Die Review von Babyar et al. (2026, Clinical Rehabilitation) hat das Ziel verfolgt, dieses Phänomen systematisch zu erklären – und daraus eine klinische Entscheidungsstruktur abzuleiten.</span></div><div><span class="fs10lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Worum geht es denn eigentlich in der Studie?</span></div><div><span class="fs10lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Die Autorinnen und Autoren haben einiges an Daten gesammelt und analysiert. Es wurden gesamt: 4 systematische Reviews, 1 Scoping Review und 39 weitere Studien zusammengeführt und ein sogenanntes Kontext–Mechanismus–Outcome-Modell entwickelt.</span></div><div><span class="fs10lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Die zentrale Frage war: „<b>Welche Mechanismen liegen Lateropulsion zugrunde – und wie sollte Therapie darauf abgestimmt werden?</b>“</span><br></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Was waren die zentralen Ergebnisse?</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span><div><i class="fs12lh1-5">1. Lateropulsion ist keine reine Gleichgewichtsstörung</i></div><div><span class="fs12lh1-5">Neuroimaging-Daten zeigen, dass Lateropulsion entsteht, durch eine Störung eines verteilten Netzwerks zur Körperorientierung. Beteiligt sind unter anderem Folgende Strukturen des ZNS: posteriorer Thalamus, parietale Areale, Insula und frontoparietale Verbindungen.</span></div><div><span class="fs12lh1-5">Fazit: Es handelt sich um eine Störung der multisensorischen Integration.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><i class="fs12lh1-5">2. Die Wahrnehmung der Vertikale ist verschoben</i></div><div><span class="fs12lh1-5">Ein zentraler Mechanismus ist die veränderte posturale Vertikalitätswahrnehmung. Vorrangig bei dieser Patientengruppe ist, dass die posturale Vertikale häufig verschoben ist und die visuelle Vertikale kann betroffen sein, aber nicht muss. Diese Differenzierung ist entscheidend für die Therapieplanung.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><i class="fs12lh1-5">3. Schweregrad beeinflusst die Prognose</i></div><div><span class="fs12lh1-5">Schwere Lateropulsion ist assoziiert mit einem längeren stationären Aufenthalt, höherer Abhängigkeit von externen Personen und Faktoren sowie einer verzögerten Erholung. Persistenz nach 30 Tagen, Neglect oder schwere Paresen verschlechtern die Prognose zusätzlich.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><i class="fs12lh1-5">4. Assessment sollte standardisiert erfolgen und konsequent durchgeführt werden</i></div><div><span class="fs12lh1-5">Die Review empfiehlt folgende Assessments:</span></div><div><span class="fs12lh1-5">•	Burke Lateropulsion Scale (BLS)</span></div><div><span class="fs12lh1-5">•	Scale for Contraversive Pushing (SCP)</span></div><div><span class="fs12lh1-5">Ziel ist eine objektive Baseline, um den Verlauf standartisiert zu dokumentieren, Rehabilitationsdauer abzuschätzen zu können sowie die weitere Planung zu unterstützen.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><i class="fs12lh1-5">5. Therapie sollte systemorientiert sein</i></div><div><span class="fs12lh1-5">Die wichtigste Botschaft der Review: Es gibt keine universelle „Technik“. Die Interventionen sollen am besten direkt am gestörten System ansetzen.</span></div><div><span class="fs12lh1-5">Genannt werden, visuell-sensormotorische Integration, somatosensorisches Cueing, intensives Upright-Training sowie Robotik- oder Orthesen gestützte Mobilisation. Immer unter Beachtung von möglichen Begleitdiagnosen. Das daraus entstandene Entscheidungsmodell verknüpft Läsion, Schweregrad, sensorische Verarbeitung und Intervention.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><img class="image-3" src="https://neku.pro/images/Bild1.png"  width="688" height="395" /><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><b class="fs12lh1-5">Was bedeutet das konkret für die Praxis?</b><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>1. Weg vom „Motorik-Problem“. -&gt; Mechanismus verstehen, bevor „irgendetwas“ trainiert wird</b></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Wenn Lateropulsion primär eine Störung der Vertikalitätsverarbeitung ist, dann ist „mehr Rumpftraining“ keine ausreichende Erklärung oder Lösung.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Also müssen wir bevor wir Rumpfstabilität trainieren, Gewichtsverlagerungen üben, Sitz- oder Standtraining durchführen. Deswegen soll klar sein:</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>Drückt der Patient aus Schwäche oder weil sich „aufrecht“ falsch anfühlt?</b></span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5">Wenn die interne Referenz verschoben ist, wird jede motorische Korrektur als Bedrohung wahrgenommen. Der Patient „wehrt“ sich nicht, er kompensiert seine Wahrnehmung. </span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5">Für die Praxis:</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5">•	Korrekturen gegen die subjektive Vertikale erzeugen Widerstand.</span></div><div><span class="fs11lh1-5">•	Rein motorisches Training ohne Wahrnehmungsarbeit kann ineffektiv bleiben.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><b class="fs12lh1-5">2. Vertikalität testen und nicht raten</b></div><div><b class="fs12lh1-5"><br></b></div><div><span class="fs11lh1-5">Die Review betont die Differenzierung zwischen der Posturaler Vertikalen (Körperbezogene Wahrnehmung) und der Visuellen Vertikalen. Diese Unterscheidung muss Teil der Befundung sein.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5">A) Erfassung des Schweregrads der Lateropulsion:</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><img class="image-0" src="https://neku.pro/images/Bilda.png"  width="731" height="559" /><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">B) Testung der Vertikalitätswahrnehmung</span></div><div><br><div><span class="fs12lh1-5">Die Review betont, dass nicht jeder Patient mit Lateropulsion die gleiche Störung hat.</span></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div></div></div><div><img class="image-2" src="https://neku.pro/images/Bild3.png"  width="952" height="350" /><span class="fs11lh1-5"><br></span></div></div><div><span class="fs11lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>3. Schweregrad früh erfassen – Prognose aktiv steuern</b></span></div><div><br><div><span class="fs12lh1-5">Die Review zeigt klar, dass schwere Lateropulsion assoziiert ist mit längeren Aufenthalten in der Akutphase, höherer Pflegeabhängigkeit sowie verzögerter funktioneller Erholung. </span></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Empfehlung:</span></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Bereits in der Frühphase sollte die BLS oder SCP als Basis-Assessment angewendet und dokumentiert werden. Im Verlauf sollte in festen Intervallen erneut getestet und dokumentiert werden.</span></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Für die Praxis:</span></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><i>Hoher Schweregrad</i></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs12lh1-5">•	Engmaschige Sicherung</span></div><div><span class="fs12lh1-5">•	Höhere Therapiedichte</span></div><div><span class="fs12lh1-5">•	Realistische Zieldefinition</span></div><div><span class="fs12lh1-5">•	Frühzeitige Angehörigenaufklärung</span></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><i>Moderater Schweregrad</i></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs12lh1-5">•	Aktives Upright-Training</span></div><div><span class="fs12lh1-5">•	Intensives Transfertraining</span></div><div><span class="fs12lh1-5">•	Sturzprävention im Fokus</span></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><i>Niedriger Schweregrad</i></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs12lh1-5">•	Schnellere Integration in funktionelles Training</span></div><div><span class="fs12lh1-5">•	Fokus auf komplexe Mobilität</span></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs10lh1-5">Quelle:</span><div><span class="fs10lh1-5">(1)	Babyar S, Sheehan N, Nolan J, Edwards TGS, Bergmann J, Meyer A, O'Dell MW. A clinical roadmap for lateropulsion after stroke based on a realist review strategy. Clin Rehabil. 2026 Feb 17:2692155261418609. doi: 10.1177/02692155261418609. Epub ahead of print. PMID: 41700998.</span><br></div><div><span class="fs10lh1-5">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41700998/</span></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div></div></div><div><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs10lh1-5"><br></span></div></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 13:31:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Die Standuhr]]></title>
			<author><![CDATA[Andreas Schedl]]></author>
			<category domain="https://neku.pro/blog/index.php?category=Therapie"><![CDATA[Therapie]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000000E"><div><span class="fs12lh1-5"><b>Die Standuhr</b></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><b><br></b></span></div><div>Ziel dieser Übung ist eine Kombination aus Gleichgewichtstraining mit gezielten koordinativen Bewegungen der oberen Extremitäten. Die Ausgangsstellung sowie die Aufgabenstellung können, wie unten beschrieben, variabel gestaltet werden.</div><div><br></div><div>Dem Patienten wird hier mit kleinen Zetteln die Ziffern von 1 – 12 auf Brusthöhe an die Wand geklebt. Der Auftrag besteht darin die einzelnen Ziffern an der Wand zu positionieren mit der größten möglichen Bewegung.</div><div><br></div><div><img class="image-0 fleft" src="https://neku.pro/images/www.NEKU.pro---Die-Standuhr---Bild-1.jpg"  width="207" height="267" /><span class="fs12lh1-5"><br></span></div><div><span class="fs12lh1-5">Ausgangsstellung vor einer Wand</span><br></div><div>Die verschiedenen Ziffern werden auf Zettel geschrieben und direkt vor dem Klienten an der Wand aufgereiht</div><div><br></div><div>Mittelpunkt mit „X“ markieren</div><div><br></div><div>Der Klient bekommt den Auftrag mit der „12“ zu beginnen und die übrigen Ziffern in der richtigen Reihenfolge und Anordnung an die Wand zu heften.</div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><img class="image-1 fleft" src="https://neku.pro/images/www.NEKU.pro---Die-Standuhr---Bild-2.jpg"  width="209" height="281" />Die Ziffern sollen soweit es geht von der Körpermitte heraus in alle Richtungen an die Wand geklebt werden.<div><br></div><div>Kognitive Varianten:</div><div>a)	Alphabet</div><div>b)	Rechenaufgaben</div><div>c)	Wörter bilden aus diversen Buchstaben </div><div>d)	Stammbaum (Biografie)</div><div>e)	Jahreszahlen / Daten</div><div>f)	Telefonnummern</div><div>g)	uvm.</div></div><div><br></div><div><br></div><div><img class="image-2 fleft" src="https://neku.pro/images/www.NEKU.pro---Die-Standuhr---Bild-3.jpg"  width="211" height="283" />Motorische Varianten:<div>a)	Bestimme Uhrzeit vorgeben</div><div>b)	Diverse Unterlagen (Wackelmatten, Bretter etc.)</div><div>c)	Variable Schrittstellungen (Seiltänzerstand, Schrittstellung)</div><div>d)	Zeitliche Komponente hinzufügen</div><div>e)	Schritt auf einen Stepper </div><div>f)	Zettel tiefer an der Wand platzieren</div><div>g)	Wechsel links / rechts</div><div>h)	uvm.</div></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs8lh1-5">Diese Übung soll immer an die aktuelle Situation des Patienten/Kunden angepasst werden. Die Durchführung der Übung erfolgt auf eigenes Risiko.</span><br></div><div><br></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Sat, 07 Feb 2026 13:06:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Gliazellen - Kurzüberblick]]></title>
			<author><![CDATA[Jacques van der Meer]]></author>
			<category domain="https://neku.pro/blog/index.php?category=Neuroanatomie"><![CDATA[Neuroanatomie]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_00000000B"><div><i class="fs12lh1-5">Gliazellen sind nicht-neuronale Zellen im zentralen (ZNS) und peripheren Nervensystem (PNS). Ursprünglich als „Klebstoff“ des Nervensystems betrachtet, weiß man heute, dass sie weit mehr Aufgaben übernehmen: Sie unterstützen Neuronen strukturell, regulieren die neuronale Aktivität, erhalten das Gleichgewicht im Gehirn, fördern die Informationsverarbeitung und schützen Neuronen vor Schäden.</i><br></div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>Haupttypen und Funktionen</b></span></div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>•	Astrozyten</b></span>: Sternförmige Zellen, die die Blut-Hirn-Schranke bilden, den Austausch von Ionen und Nährstoffen regulieren und Neurotransmitter wie Glutamat aufnehmen. Sie sind an der Durchblutung aktiver Hirnareale beteiligt, setzen sogenannte Gliotransmitter frei und spielen eine Rolle bei Entzündungsreaktionen und der Narbenbildung nach Verletzungen.</div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>•	Oligodendrozyten:</b></span> Sie bilden die Myelinscheiden im ZNS, die für eine schnelle Signalübertragung entlang der Axone sorgen. Sie unterstützen Axone auch metabolisch und sind an der Immunregulation sowie an der Synapsenbildung beteiligt. Bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose werden sie vom Immunsystem angegriffen, was zu neurologischen Ausfällen führt.</div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>•	Mikroglia:</b></span> Die Immunzellen des Gehirns, die ständig das Gewebe überwachen und bei Verletzungen oder Infektionen aktiv werden. Sie beseitigen Zelltrümmer und sind an der „Synapsen-Auslese“ während der Entwicklung beteiligt. Fehlregulationen können zu neurologischen Erkrankungen beitragen.</div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>•	Ependymzellen:</b></span> Sie kleiden die Hirnventrikel und den Zentralkanal des Rückenmarks aus, produzieren und regulieren den Liquor (Gehirnflüssigkeit) und unterstützen die Neurogenese durch Erhalt von Stammzellen.</div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>•	Tanyzyten: </b></span>Spezialisierte Ependymzellen im Hypothalamus, die an der Kommunikation zwischen Gehirnflüssigkeit und Blut-Hirn-Schranke sowie an der Regulation von Stoffwechsel und zirkadianen Rhythmen beteiligt sind.</div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>•	Radiale Glia:</b></span> Entwicklungszellen, die als Leitstruktur für wandernde Neuronen dienen und sich später in andere Gliazellen differenzieren. Spezielle Formen wie Bergmann-Glia (im Kleinhirn) und Müller-Glia (in der Retina) übernehmen zusätzliche Aufgaben wie Synapsenregulation und Lichtleitung.</div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>•	Schwann-Zellen:</b></span> Die wichtigsten Gliazellen des PNS, die Axone myelinisieren und bei der Regeneration nach Verletzungen helfen. Es gibt myelinisierende und nicht-myelinisierende Formen.</div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>•	Satellitenzellen:</b></span> Umgeben Nervenzellkörper in Ganglien, regulieren den Stoffaustausch und die elektrische Umgebung und unterstützen die Regeneration im PNS.</div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>•	Enterische Gliazellen:</b></span> Im Verdauungstrakt, regulieren sie die Darm-Hirn-Achse, unterstützen Neuronen, steuern Entzündungen und beeinflussen die Schmerzwahrnehmung im Darm.</div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>Fazit: &nbsp;</b></span></div><div>Gliazellen sind essenziell für die Funktion, Entwicklung und den Schutz des Nervensystems. Sie übernehmen weit mehr als nur eine Stützfunktion und sind aktiv an der Informationsverarbeitung, Immunabwehr und Regeneration beteiligt.</div><div><br></div><div><br></div><div><span class="imUl fs10lh1-5">Literaturliste</span></div><div><ol><li><span class="fs10lh1-5">DocCheck Flexikon. (o.J.). Gliazelle. Abgerufen am 10. Dezember 2025, von <a href="Gliazellen – Kurzüberblick" onclick="return x5engine.utils.imPopUpWin('Gliazellen – Kurzüberblick','imPopUp', 1920,1080);" class="imCssLink">https://flexikon.doccheck.com/de/Gliazelle</a></span></li><li><span class="fs10lh1-5">MedLexi.de. (2024). Gliazellen – Aufbau, Funktion &amp; Krankheiten. Abgerufen am 10. Dezember 2025, von <a href="Gliazellen – Kurzüberblick" onclick="return x5engine.utils.imPopUpWin('Gliazellen – Kurzüberblick','imPopUp', 1920,1080);" class="imCssLink">https://medlexi.de/Gliazellen</a></span></li><li><span class="fs10lh1-5">Müller, E. (2025). Gliazellen: Aufbau, Vorkommen und Funktion. Medi-Karriere. Abgerufen am 10. Dezember 2025, von <a href="Gliazellen – Kurzüberblick" onclick="return x5engine.utils.imPopUpWin('Gliazellen – Kurzüberblick','imPopUp', 1920,1080);" class="imCssLink">https://www.medi-karriere.de/wiki/gliazellen/</a></span></li><li><span class="fs10lh1-5">Studyflix. (o.J.). Gliazellen – einfach erklärt: Einteilung und Funktion. Abgerufen am 10. Dezember 2025, von <a href="https://studyflix.de/biologie/gliazellen-2967" onclick="return x5engine.utils.imPopUpWin('https://studyflix.de/biologie/gliazellen-2967','imPopUp', 1920,1080);" class="imCssLink">https://studyflix.de/biologie/gliazellen-2967</a></span></li><li><span class="fs10lh1-5">via medici. (o.J.). Gliazellen. Abgerufen am 10. Dezember 2025, von <a href="https://viamedici.thieme.de/lernmodul/546328/6ab22f17-3fcf-4d3f-8454-df62f0bb7ac5/gliazellen" onclick="return x5engine.utils.imPopUpWin('https://viamedici.thieme.de/lernmodul/546328/6ab22f17-3fcf-4d3f-8454-df62f0bb7ac5/gliazellen','imPopUp', 1920,1080);" class="imCssLink">https://viamedici.thieme.de/lernmodul/546328/6ab22f17-3fcf-4d3f-8454-df62f0bb7ac5/gliazellen</a></span></li><li><span class="fs10lh1-5">Universität Basel, Biozentrum. (2021). Möglicher Hinweis für Gehirnreparatur: Neue Gliazellen im Gehirn entdeckt. Science. Abgerufen am 10. Dezember 2025, von <a href="https://www.unibas.ch/de/Aktuell/News/Uni-Research/Neue-Gliazellen-im-Gehirn-entdeckt.html" onclick="return x5engine.utils.imPopUpWin('https://www.unibas.ch/de/Aktuell/News/Uni-Research/Neue-Gliazellen-im-Gehirn-entdeckt.html','imPopUp', 1920,1080);" class="imCssLink">https://www.unibas.ch/de/Aktuell/News/Uni-Research/Neue-Gliazellen-im-Gehirn-entdeckt.html</a></span></li><li><span class="fs10lh1-5">Ärzteblatt. (o.J.). Ausgabe_A: Gliazellen. Abgerufen am 10. Dezember 2025, von <a href="https://cfcdn.aerzteblatt.de/pdf/113/15/p19.pdf" onclick="return x5engine.utils.imPopUpWin('https://cfcdn.aerzteblatt.de/pdf/113/15/p19.pdf','imPopUp', 1920,1080);" class="imCssLink">https://cfcdn.aerzteblatt.de/pdf/113/15/p19.pdf</a></span></li></ol></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Wed, 10 Dec 2025 20:53:00 GMT</pubDate>
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			<title><![CDATA[Ataxie - Rumpftraining und Multitask im Alltagssetting]]></title>
			<author><![CDATA[Andreas Schedl]]></author>
			<category domain="https://neku.pro/blog/index.php?category=Therapie"><![CDATA[Therapie]]></category>
			<category>imblog</category>
			<description><![CDATA[<div id="imBlogPost_000000008"><span class="fs12lh1-5"><i>Wer mit ataktischen Patienten arbeitet, kennt die therapeutische Herausforderung. Koordinationsstörungen, Standunsicherheit und eingeschränkte Zielmotorik erschweren nicht nur den Alltag unserer Patienten, sie verlangen uns auch viel Kreativität und individuelle Zielsetzung und deren Umsetzung ab, um möglichst nahe an den Alltagszielen der Patienten zu arbeiten.</i></span><div><span class="fs12lh1-5"><i><br></i></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><i>Gerade im Stand zeigt sich, wie entscheidend eine gute Rumpfstabilisation für jede Form von Gleichgewicht, Orientierung und zielgerichteter Bewegung ist. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass der Rumpf bei Ataxie deutlich verzögert, überschießend oder unzureichend stabilisierend reagiert. Das führt zu vergrößertem Body Sway, erhöhtem Korrekturbedarf und inadäquaten Nutzung von posturaler Strategien.</i></span></div><div><span class="fs12lh1-5"><i><br></i></span></div><div><i class="fs12lh1-5">Besonders bei Alltagszielen mit Reich und Greifbewegungen, wie das Heben von Gegenständen, Aufräumen von z.B. einer Geschirrspülmaschine oder der Einkäufe können die Patienten vor eine Herausforderung stellen. Die aktive Rumpfkontrolle im Stand mit Dual-Task-Elementen und funktioneller Reich- und Greifmotorik in der Therapie zu kombinieren, kann hier ein Nützliches Setting sein, um genau das mit den Patienten zu üben.</i><br></div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><i>In diesem Artikel bekommst du praxiserprobte Übungen, die du selbst direkt umsetzen kannst.</i></span></div><div><br></div><div>Beginnend im Stand wird zunächst ein einfacheres Setting gewählt um das Stehen an sich schon als Herausforderung zu nehmen.</div><div><img class="image-0 fleft" src="https://neku.pro/images/1.png"  width="178" height="271" /></div><div><span class="fs12lh1-5">Die Patientin steht vor einer Box, erhöht auf einer Behandlungsliege, um so eine höhere Position einnehmen zu können. Die Box (alternativ ein Hocker, Ball, Pezziball o.ä.) kann so weit zu Kante platziert werden, so dass Druck aufgebracht werden kann, aber nicht zum „Abstützen“ verwendet werden kann.</span><br></div><div>In dieser Ausgangsstellung kann man die Herausforderung sehr leicht steigern, durch eine variable Fußstellung in Tandemstand oder vorgegebenen Schrittfolgen. Auch die Handhaltung kann hier variiert werden, um mehr Instabilität zu erzeugen und somit dann mehr Rumpfkontrolle zu fordern.</div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div>Auch Kognitive Zusatzaufgaben, wie das Rückwärtszählen oder eine Kopfbewegung kann eine weitere Herausforderung darstellen.</div><div><br></div><div>Ein ähnlicher Aufbau mit zusätzlich veränderter Unterstützungsfläche (hier ein Bosu) wird hier genutzt.</div><div><img class="image-1 fleft" src="https://neku.pro/images/2.png"  width="215" height="277" /><br></div><div> </div><div>Die Patientin steht vor 2 Boxen und muss im ersten Schritt diese Position halten. Weitere Zusatzaufgaben wären hier: Das rollen eines Balles von links nach rechts, mit und ohne Handkontakt. Auch hier können weitere Kognitive oder Motorische Zusatzaufgaben mehr Rumpfstabilität fordern und dieses Steigern. Die höchste-mögliche Position sollte hier so gewählt werden, dass die Patientin die gestellte Aufgabe noch gut durchführen kann.</div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div>Im nächsten Setting wird die Sprossenwand mit genutzt. Hier steht die Patientin seitlich zur Sprossenwand</div><div><img class="image-2 fleft" src="https://neku.pro/images/3.png"  width="211" height="280" /></div><div><br></div><div>und hat links nur die Möglichkeit einer variablen Haltemöglichkeit auf 2 Bällen. So wird die Unterstützungsfläche zwar vergrößert. Da diese aber variabel ist und nicht stetig die gleiche Rückmeldung gibt, wird das stabile Stehen erschwert und mehr Rumpfkontrolle gefordert. Dieser Aufbau eignet sich auch gut, um bereits beginnende Gangphasen zu trainieren oder diese zu explizit zu beüben. Variable Beinstellungen, Gewichtsmanschetten oder Bänder ermöglichen gleichzeitig eine Kräftigung der unteren Extremität.</div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div>„Twister mal anders“</div><div>Zur Steigerung der Koordinativen Fähigkeiten der unteren Extremtäten im Stand steht die Patienten im angelehnten Stand an einer Box.</div><div><img class="image-3 fleft" src="https://neku.pro/images/7.png"  width="209" height="328" /><br></div><div> </div><div>Vor Ihr sind 4 Ziele platziert, auf welche sie nach verbaler Anweisung, jeweils ein Bein stellen und dann diese Position halten muss. Alternativ können auch kleine Papiermarkierungen oder Klebestreifen (für Hausbesuche) genutzt werden. Wichtig ist hier eine konkrete Zielvorgabe.</div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div>Um die Verbindung vom „reinem Rumpftraining“ zum Multimodalen Alltagstraining zu schaffen gibt es bei diesem Setting mehrere Anforderungen auf einmal.</div><div><img class="image-4 fleft" src="https://neku.pro/images/10.png"  width="209" height="234" /><br></div><div><span class="fs12lh1-5">Die Patienten hat hier die Aufgabe im Stand die Scheiben über Kreuz im Spitzgriff auf die gegenüberliegende Seite zu platzieren. Dies fordert nicht nur einen Stabilen Stand, sondern gleichzeig auch eine gute Hand-Auge- Koordination, eine aktive Rumpfrotation sowie Kopfdrehung zum Ziel hin. Dadurch rückt die geforderte Rumpfkontrolle in den Hintergrund.</span><br></div><div>Durch die Variation der Abstände der Ziele sowie durch ein Gummiband an den Armen können weitere Elemente hinzugefügt werden und der Schweregrad erhöht werden. Alternativ kann auch hier die Unterstützungsfläche der Beine variiert werden, um mehr Anspruch zu bekommen.</div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5">Das gesetzte ADL Ziel „Geschirr aufräumen“ wird hier in diesem Setting umgesetzt.</span><br></div><div><img class="image-5 fleft" src="https://neku.pro/images/11.png"  width="203" height="274" /></div><div><br></div><div> </div><div>Der Aufbau hat das Ziel, die Bälle (als Imitation von Tassen und Geschirr) von verschiedenen Ebenen im Stand gezielt zu greifen und auf ein neues Ziel zu stellen. Die Höhe des Aufbaus wird nach und nach von niedrig zu hoch aufgebaut, um den Schweregrad zu erhöhen und um eine Alltagsnahe Höhe eines Schrankes zu erreichen. Im Hausbesuch kann dies direkt umgesetzt werden.</div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div>Gezieltes Rumpftraining im Stand, kombiniert mit Dual-Task und Multitaskaufgaben und funktionellen Reich- und Greifbewegungen gehört wirksamsten Strategien in der neurologischen Therapie bei Ataxie. Wenn wir variable Settings mit dem Ziel der Stabilität wählen, geben wir unseren Patienten nicht nur mehr Kontrolle über ihre Bewegungen zurück, sondern eröffnen ihnen spürbar mehr Sicherheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alltag.</div><div><br></div><div><br></div><div><br></div><div><span class="fs12lh1-5"><b>Literatur:</b></span></div><div><span class="fs10lh1-5">1. Yigit S, Usgu S, Albayrak HM, Yücel PP, Yakut Y. Effectiveness of functional trunk training on trunk control and upper limb functions in patients with autosomal recessive hereditary ataxia. NeuroRehabilitation. 2022;51(1):41-50. doi: 10.3233/NRE-210320. PMID: 35311719.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">2. Cabanas-Valdés R, Fernández-Lago H, Peláez-Hervás S, Serra-Rusiñol L, López-de-Celis C, Masbernat-Almenara M. Effect of a Home-Base Core Stability Exercises in Hereditary Ataxia. A Randomized Controlled Trial. A Pilot Randomized Controlled Trial. Mov Disord Clin Pract. 2024 Jun;11(6):666-675. doi: 10.1002/mdc3.14036. Epub 2024 Apr 2. PMID: 38563436; PMCID: PMC11145153.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">3. Salcı Y, Fil A, Armutlu K, Yildiz FG, Kurne A, Aksoy S, Nurlu G, Karabudak R. Effects of different exercise modalities on ataxia in multiple sclerosis patients: a randomized controlled study. Disabil Rehabil. 2017 Dec;39(26):2626-2632. doi: 10.1080/09638288.2016.1236411. Epub 2016 Oct 29. PMID: 27794631.</span></div><div><span class="fs10lh1-5">4. Barbuto S, Martelli D, Isirame O, Lee N, Bishop L, Kuo SH, Agrawal S, Lee S, O'Dell M, Stein J. Phase I Single-Blinded Randomized Controlled Trial Comparing Balance and Aerobic Training in Degenerative Cerebellar Disease. PM R. 2021 Apr;13(4):364-371. doi: 10.1002/pmrj.12401. Epub 2020 May 29. PMID: 32383352; PMCID: PMC7647960.</span></div><div><span class="fs10lh1-5"><br></span></div><div><br></div></div>]]></description>
			<pubDate>Fri, 28 Nov 2025 22:28:00 GMT</pubDate>
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